Wie lange dauert es, einen Bitcoin zu minen? Mit einem aktuellen Profi-Miner rund 33 Jahre, mit einem kleinen Bitaxe über 5.000 Jahre und mit einem NerdMiner länger, als das Universum alt ist. So sieht es mit den Daten vom 29. Oktober 2026 aus, gerechnet für das Minen in einem Pool. Der Grund: Weltweit konkurrieren riesige Mining-Farmen um dieselben Bitcoin, und die Schwierigkeit steigt mit jedem neuen Gerät.
Ich mine selbst mit einem Bitaxe und einem NerdMiner, beide laufen bei mir zu Hause. Reich werde ich damit nicht, das zeigen die Zahlen unten deutlich. Aber kaum etwas erklärt Bitcoin so gut wie ein eigener Miner, der leise vor sich hin rechnet.
So lange dauert ein Bitcoin mit welchem Gerät
Ich habe drei typische Geräte mit den aktuellen Netzwerkdaten durchgerechnet. Im Pool bekommst du jeden Tag deinen Anteil ausgezahlt, beim Solo-Mining wartest du auf einen ganzen Block mit rund 3,14 BTC.
| Gerät | Rechenleistung | Strom | Im Pool: Zeit für 1 BTC | Solo: Ø Zeit bis zu einem Block |
|---|---|---|---|---|
| NerdMiner | 78 KH/s | rund 1 W | rund 80 Mrd. Jahre | rund 260 Mrd. Jahre |
| Bitaxe Gamma | 1,2 TH/s | rund 17 W | rund 5.500 Jahre | rund 17.000 Jahre |
| Profi-Miner (ASIC) | 200 TH/s | rund 3.500 W | rund 33 Jahre | rund 100 Jahre |
Grundlage: Rechenleistung des Netzwerks 1.072 EH/s (Durchschnitt der letzten drei Tage), Schwierigkeit 140,6 Billionen, im Schnitt 3,14 BTC je Block inklusive Gebühren, 2,5 % Poolgebühr. Quelle der Netzwerkdaten: mempool.space, Stand 29. Oktober 2026. Das sind Durchschnittswerte, beim Solo-Mining entscheidet am Ende das Glück.
Was dein Gerät gerade an Sats bringt, zeige ich am Beispiel des Bitaxe im Artikel Täglich Sats verdienen.
Warum dauert Bitcoin-Mining so lange?
Beim Mining raten Computer Milliarden Mal pro Sekunde eine Zahl, bis das Ergebnis eine bestimmte Bedingung erfüllt. Wer zuerst trifft, darf den nächsten Block anhängen und bekommt die Belohnung. Wie lange du für einen Bitcoin brauchst, hängt an vier Dingen:
- Deine Rechenleistung (Hashrate): Wie viele Versuche dein Gerät pro Sekunde schafft.
- Die Rechenleistung des Netzwerks: Alle Miner der Welt zusammen schaffen aktuell über eine Trilliarde Versuche pro Sekunde (1.072 EH/s). Dein Anteil daran bestimmt deinen Anteil an den Bitcoin. Vor einem Jahr waren es noch 921 EH/s.
- Die Schwierigkeit (Difficulty): Damit im Schnitt alle zehn Minuten ein Block entsteht, passt das Netzwerk die Schwierigkeit alle 2.016 Blöcke an, also etwa alle zwei Wochen. Mehr Miner, höhere Schwierigkeit.
- Die Belohnung je Block: Aktuell 3,125 BTC plus Gebühren. Etwa alle vier Jahre halbiert sie sich beim Bitcoin-Halving, das nächste Mal voraussichtlich im April 2028.
Wie stark die Schwierigkeit gewachsen ist, zeigt die Grafik. Sie steigt so stark, dass jede Linie im Diagramm 1.000-mal mehr bedeutet als die darunter.

So funktioniert Bitcoin-Mining
Vom Mempool bis zur Belohnung
- Transaktionen sammeln
Jede neue Bitcoin-Zahlung landet zuerst im Mempool, einer Art Warteraum für noch unbestätigte Transaktionen. Daraus suchen sich die Miner die Transaktionen für ihren nächsten Block aus, bevorzugt die mit den höchsten Gebühren. Wer mehr zahlt, ist also schneller dran.
- Block zusammenstellen
Der Miner packt die Transaktionen in einen Blockentwurf und trägt sich selbst als Empfänger der Belohnung ein.
- Raten, raten, raten
Jetzt verändert der Miner eine Zahl im Block, die Nonce, und berechnet immer wieder den Hash, eine Art digitalen Fingerabdruck. Gültig ist der Block erst, wenn der Hash unter einem Zielwert liegt. Das ist reines Glück, mehr Rechenleistung bedeutet nur mehr Versuche pro Sekunde.
- Treffer verbreiten
Wer einen gültigen Hash findet, schickt den Block ins Netzwerk. Tausende Nodes prüfen ihn in Sekunden und hängen ihn an ihre Blockchain an.
- Belohnung kassieren
Der Miner bekommt die neuen Bitcoin aus dem Block und alle Gebühren. Dann beginnt das Rennen um den nächsten Block von vorn.
Wie Blockchain, Nodes und Transaktionen zusammenspielen, erkläre ich ausführlich im Grundlagen-Artikel Was sind Bitcoins?.
Pool oder solo?
Beim Pool-Mining bündelst du deine Rechenleistung mit vielen anderen. Der Pool findet regelmäßig Blöcke und verteilt die Erträge nach deinem Anteil. So bekommst du jeden Tag einen kleinen Betrag, mit einem Bitaxe etwa 50 Sats. Wie du das einrichtest, zeige ich Schritt für Schritt im Artikel Täglich Sats verdienen mit dem Braiins Pool.
Beim Solo-Mining suchst du allein nach einem Block. Meistens passiert gar nichts, und wenn doch, gehört dir die ganze Belohnung. Dass das auch mit kleinen Geräten klappen kann, zeigt Block 957.382: Am 10. Juli 2026 fand ihn laut dem Pool-Betreiber ein einzelner Bitaxe über Public Pool, die Belohnung lag bei 3,138 BTC (mempool.space). Statistisch hätte das im Schnitt viele Tausend Jahre dauern müssen.
Lottery Mining mit NerdMiner und Bitaxe
Solo-Mining mit kleinen Geräten nennt man auch Lottery Mining: Du kaufst dir sozusagen jede Sekunde ein Los, mit winziger Gewinnchance. Ich habe zwei solcher Miner im Einsatz.
Der NerdMiner ist ein kleiner Mikrocontroller mit Display, der rund 78 KH/s schafft und etwa 1 Watt braucht. Einen Block wird er realistisch nie finden, dafür zeigt er auf dem Display Kurs, Gebühren, Schwierigkeit und den aktuellen Block. Meiner läuft bis heute. Mehr dazu im Artikel zum NerdMiner.

Der Bitaxe ist rund 15 Millionen Mal schneller als der NerdMiner und nutzt einen echten Mining-Chip aus professionellen Geräten. Er kann solo auf den großen Treffer hoffen oder im Pool täglich ein paar Sats verdienen. Ausführlich stelle ich ihn im Artikel zum Bitaxe vor.

Mein Miner für zu Hause
Bitaxe Gamma
- Fertig aufgebaut, mit Netzteil
- Rund 1,1 TH/s bei etwa 18 Watt
- Für Pool- und Solo-Mining
Lohnt sich Bitcoin-Mining in Deutschland?
Für Privatleute praktisch nicht. Die Rechnung für einen Profi-Miner mit 200 TH/s und 3.500 Watt, mit 35 Cent pro kWh als Durchschnittspreis:
| Am Tag | Profi-Miner | Bitaxe Gamma |
|---|---|---|
| Ertrag im Pool | rund 0,000082 BTC (5,90 €) | rund 49 Sats (3,5 Cent) |
| Stromverbrauch | 84 kWh | 0,41 kWh |
| Stromkosten bei 35 Cent/kWh | 29,40 € | 14 Cent |
| Ergebnis | rund 23,50 € Minus | rund 10 Cent Minus |
Euro-Werte bei 71.673 € je Bitcoin (CoinGecko, 28. Oktober 2026). Dazu kommt beim Profi-Miner der Kaufpreis von mehreren Tausend Euro, und er ist laut wie ein Staubsauger. Rentabel minen nur große Betriebe mit sehr billigem Strom, der oft nur wenige Cent pro kWh kostet. Auch kleine Mining-Erträge sind übrigens steuerpflichtig, mehr dazu im Artikel zu den Krypto-Steuern.
Warnung
Keine Anlageberatung. Kauf Mining-Hardware nicht in der Hoffnung auf Gewinn. Meide außerdem „Cloud-Mining“-Angebote und Apps, die Mining auf dem Handy versprechen: Dahinter stecken häufig Betrugsmaschen.
Früher und heute: 2009 gegen 2026
Als Satoshi Nakamoto im Januar 2009 den ersten Block erzeugte, lag die Schwierigkeit bei 1. Für einen Block brauchte es im Schnitt rund 4,3 Milliarden Versuche, das schaffte ein normaler PC in etwa einer Stunde, und es gab 50 BTC Belohnung. Heute braucht es im Schnitt rund 600 Trilliarden Versuche für einen Block, also etwa 140 Billionen Mal so viele.
Mein eigener Vergleich: Im Juli 2023 zeigte mein NerdMiner eine Schwierigkeit von 53,91 Billionen und eine Rechenleistung des Netzwerks von 405 EH/s. Gut drei Jahre später sind es 140,6 Billionen und über 1.000 EH/s. Wer heute einen Miner kauft, bekommt für dieselbe Rechenleistung also deutlich weniger Bitcoin als damals.
Was passiert nach dem letzten Bitcoin?
Die Belohnung halbiert sich alle 210.000 Blöcke. Zählt man alle Halvings zusammen, ergibt sich die bekannte Höchstmenge von knapp 21 Millionen Bitcoin:

Warum die Formel so aussieht und wo sie oft falsch dargestellt wird, erklärt Tessa (@fraeulein.tessa) sehr verständlich in diesem Video:

Die echte Bitcoin Halving Formel
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YouTube: Die echte Bitcoin Halving Formel
https://www.youtube.com/watch?v=kJ5Ht17F6nI
Um das Jahr 2140 wird der letzte Satoshi gemined. Danach verdienen Miner nur noch an den Transaktionsgebühren. Ob die hoch genug sind, um das Netzwerk dauerhaft zu sichern, ist eine der großen offenen Fragen von Bitcoin. Schon heute machen die Gebühren nur einen kleinen Teil der Belohnung aus, im Schnitt der letzten 144 Blöcke etwa 0,015 BTC je Block.







