Was ist ein NerdMiner? Ein winziger Bitcoin-Miner für den Schreibtisch: ein günstiges ESP32-Board mit Display, auf dem eine Open-Source-Firmware läuft. Er minet solo, zeigt nebenbei Kurs, Gebühren und den aktuellen Block und braucht kaum Strom. Einen Block wird er mit rund 78 KH/s realistisch nie finden. Dafür verstehst du nach dem Aufbau, wie Bitcoin-Mining wirklich funktioniert.
Meinen NerdMiner habe ich 2023 gebaut, und er läuft bis heute. In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du ihn in wenigen Minuten einrichtest, welchen Pool du nimmst und was du realistisch erwarten kannst.
Was ist der NerdMiner?
Der NerdMiner ist ein Open-Source-Projekt (GitHub), das aus einem ESP32-Mikrocontroller einen Bitcoin-Miner macht. Ein ESP32 ist ein kleiner, günstiger Chip, wie er auch in smarten Steckdosen steckt. Er rechnet dieselben Hashes wie ein Profi-Miner, nur viele Milliarden Mal langsamer.
Der NerdMiner minet solo: Er sucht allein nach einem ganzen Block. Findet er einen, bekommst du die komplette Belohnung von aktuell 3,125 BTC plus Gebühren auf deine Bitcoin-Adresse. Diese Art des Minings nennt man auch Lottery Mining.

Das brauchst du
- Ein passendes Board: Das Original ist das LILYGO T-Display S3. Die Firmware läuft inzwischen auf über 30 verschiedenen ESP32-Boards, für den Einstieg ist das T-Display S3 aber am einfachsten.
- Ein USB-C-Kabel, das Daten überträgt, nicht nur Strom.
- Einen Computer mit Chrome, Edge oder Brave. Firefox und Safari können nicht auf den USB-Anschluss zugreifen.
- Eine Bitcoin-Adresse zum Empfangen, zum Beispiel aus deiner Wallet. Wie du sie sicher verwahrst, steht im Ratgeber Krypto sicher verwahren.
- Ein USB-Netzteil für den Dauerbetrieb.

Das Board für den NerdMiner
LILYGO T-Display S3
- Original-Board der NerdMiner-Firmware
- Mit Display und Gehäuse
- Braucht rund 1 Watt
Anleitung: NerdMiner v2 bauen und einrichten
So richtest du deinen NerdMiner ein
- Flasher öffnen
Öffne in Chrome, Edge oder Brave den Web-Flasher von Bitronics: flasher.bitronics.store. Ihn empfehlen die Entwickler auf GitHub als einfachsten Weg. Wähle unter „Select your device“ den NerdMiner, als Board „NerdMinerV2 original board (T-Display-S3)“ und als Firmware die neueste angebotene Version. Die neueste stabile Version auf GitHub ist im Oktober 2026 die v1.8.3.

Der Web-Flasher von Bitronics (Stand 29. Oktober 2026) · Quelle: flasher.bitronics.store - Board verbinden und Firmware aufspielen
Steck das Board per USB-C an deinen Computer und klicke auf „Connect“. Im Fenster wählst du den seriellen Anschluss deines Boards aus. Danach startest du mit „Start Flashing“. Nach rund einer Minute startet das Board neu und zeigt einen QR-Code.
Taucht kein Anschluss auf, liegt es fast immer am Kabel: Viele USB-C-Kabel laden nur und übertragen keine Daten.

Der Browser fragt, mit welchem Anschluss er sich verbinden soll (Stand 2023) · Quelle: eigener Screenshot - Mit dem NerdMiner-WLAN verbinden
Der NerdMiner öffnet jetzt ein eigenes WLAN namens „NerdMinerAP“. Verbinde dich mit dem Handy oder Computer, das Passwort lautet „MineYourCoins“. Am einfachsten scannst du den QR-Code auf dem Display mit der Handykamera. Die Einstellungsseite öffnet sich danach automatisch.

Die Startseite der Einrichtung im WLAN „NerdMinerAP“ (Stand 2023) · Quelle: eigener Screenshot - WLAN, Pool und Bitcoin-Adresse eintragen
Tippe auf „Configure WiFi“. Wähle dein WLAN aus, gib das Passwort ein und trag unter „Your BTC address“ deine Bitcoin-Adresse ein. Ohne Adresse startet das Mining nicht. Den Pool kannst du lassen, voreingestellt ist inzwischen public-pool.io.
Wichtig: Der NerdMiner kann nur 2,4-GHz-WLAN. Haben 2,4 und 5 GHz in deinem Router denselben Namen, verbindet er sich oft nicht. Trenn die beiden Bänder dann im Router oder leg ein eigenes 2,4-GHz-Netz an.

Die Einstellungen (Stand 2023, damals noch mit solo.ckpool.org als Pool, heute ist public-pool.io voreingestellt) · Quelle: eigener Screenshot - Mining starten
Speichere die Einstellungen. Der NerdMiner startet neu, verbindet sich mit deinem WLAN und dem Pool und beginnt zu rechnen. Auf dem Display siehst du jetzt die Hashrate in KH/s, die Laufzeit und die Zahl der gültigen Blöcke. Mit der oberen Taste wechselst du zur Ansicht mit Kurs, Gebühren und Schwierigkeit.
Welcher Pool für den NerdMiner?
Voreingestellt ist public-pool.io, ein Open-Source-Pool für Solo-Mining mit kleinen Geräten (Port 21496). Solo-Pool heißt: Der Pool hilft nur bei der Verbindung zum Netzwerk. Findet dein NerdMiner einen Block, geht die Belohnung vollständig an deine Adresse. Auf der Seite des Pools kannst du deinen Miner verfolgen, wenn du deine Adresse eingibst.
In der Anleitung auf GitHub stehen weitere Solo-Pools, zum Beispiel pool.sethforprivacy.com oder pool.stompi.de. Am Ergebnis ändert der Pool praktisch nichts.
Normale Pools mit täglicher Auszahlung, wie der Braiins Pool, lohnen sich für einen NerdMiner nicht: Sein Anteil wäre so klein, dass nichts übrig bliebe. Mit einem Bitaxe sieht das anders aus, wie ich im Artikel Täglich Sats verdienen zeige.
Wie schnell ist der NerdMiner? Hashrate und Chancen
Mit der aktuellen Firmware schafft das T-Display S3 rund 78 KH/s, also 78.000 Versuche pro Sekunde. Das klingt viel, ist aber winzig:
| Gerät | Rechenleistung | Strom | Solo: Ø Zeit bis zu einem Block |
|---|---|---|---|
| NerdMiner (T-Display S3) | rund 78 KH/s | rund 1 W | rund 260 Mrd. Jahre |
| Bitaxe Gamma | rund 1,2 TH/s | rund 17 W | rund 17.000 Jahre |
| Profi-Miner (ASIC) | rund 200 TH/s | rund 3.500 W | rund 100 Jahre |
Grundlage: Rechenleistung des Netzwerks 1.072 EH/s (mempool.space, 29. Oktober 2026). Ein Bitaxe ist rund 15 Millionen Mal schneller als ein NerdMiner, ein Profi-Miner noch einmal über 150-mal schneller. Wie diese Zahlen entstehen, rechne ich im Artikel Wie lange dauert es, einen Bitcoin zu minen? vor.
Inzwischen gibt es schnellere Varianten mit größerem Display oder mehreren Chips, die einige Hundert KH/s bis über 1.000 KH/s erreichen. An der Rechnung ändert das kaum etwas: Aus 260 Milliarden Jahren werden dann vielleicht 20 Milliarden. Das Universum ist rund 14 Milliarden Jahre alt.
Der Strom ist dafür kein Thema: Rund 1 Watt sind knapp 9 kWh im Jahr, bei 35 Cent pro kWh also etwa 3 €.
Bedienung über die Tasten
Der NerdMiner hat zwei Tasten. Die Angaben gelten, wenn der USB-C-Anschluss rechts liegt:
Obere Taste
- Einmal drücken: zur nächsten Ansicht wechseln (Mining, Uhr, Netzwerkdaten)
- 5 Sekunden halten: Einstellungen zurücksetzen und neu starten
- Gedrückt halten und Strom anstecken: Einrichtung über das WLAN „NerdMinerAP“ neu starten, ohne die Einstellungen zu löschen
Untere Taste
- Einmal drücken: Display aus- und wieder einschalten
- Zweimal drücken: Display um 180 Grad drehen
Fertig kaufen statt selbst bauen?
Wer nicht flashen will, bekommt den NerdMiner auch fertig eingerichtet. In Deutschland verkauft zum Beispiel nerdminer.de vorkonfigurierte Geräte, vom klassischen NerdMiner bis zu Varianten mit großem Display oder mehreren Chips. Bei Amazon und eBay gibt es außerdem viele günstige Nachbauten, oft als „NM Miner“ mit hohen KH/s-Angaben.
Worauf du achten solltest:
- Bekannte Firmware: Am besten läuft die Open-Source-Firmware von GitHub, die du selbst neu aufspielen kannst.
- Nur eine Empfangsadresse: Ein Miner braucht nie eine Seed-Phrase oder einen privaten Schlüssel. Verlangt ein Gerät oder eine App so etwas, ist es Betrug.
- Realistische Erwartungen: Mehr KH/s ändert nichts daran, dass es ein Lotterie-Miner bleibt.
Wer mehr Rechenleistung will, schaut sich besser direkt einen Bitaxe an. Er nutzt einen echten Mining-Chip und kann im Pool sogar täglich ein paar Sats verdienen.
Meine Erfahrung
Gebaut habe ich meinen NerdMiner im Sommer 2023. Das Board kam damals nach rund einer Woche aus China, das Aufspielen der Firmware war in wenigen Minuten erledigt. Seitdem steht er bei mir und läuft durch.
Einen Block hat er natürlich nie gefunden, und das wird auch so bleiben. Trotzdem schaue ich gern auf das Display: Kurs, Gebühren, Schwierigkeit und der aktuelle Block auf einen Blick. Im Juli 2023 stand dort eine Schwierigkeit von 53,91 Billionen, heute sind es über 140 Billionen. Kaum etwas zeigt so anschaulich, wie stark Bitcoin-Mining gewachsen ist. Für mich war der NerdMiner der Einstieg ins Mining, später kam der Bitaxe dazu.








