Kann man mit einem kleinen Bitaxe jeden Tag Bitcoin verdienen? Ja: Verbindest du den Miner mit dem Braiins Pool und hinterlegst eine Lightning Wallet, landen jeden Morgen ein paar Satoshi (Sats) auf deinem Handy. Mit einem Bitaxe Gamma sind das aktuell rund 50 Sats am Tag, etwa 1 € im Monat. Reich wirst du damit nicht, der Strom kostet sogar mehr. Aber du siehst jeden Tag, wie Mining wirklich funktioniert.
Ich habe meinen Bitaxe lange am Braiins Pool laufen lassen und bekam im Februar 2026 täglich 35 bis 45 Sats. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du das einrichtest, und rechne ehrlich vor, was es bringt und kostet.
Das brauchst du
- Einen Bitcoin-Miner wie den Bitaxe Gamma. Den Miner selbst stelle ich im Artikel zum Bitaxe ausführlich vor.
- Ein kostenloses Konto beim Braiins Pool. Dort bündelst du deine Rechenleistung mit anderen Minern.
- Eine Lightning Wallet mit Lightning-Adresse, zum Beispiel die Wallet of Satoshi oder Phoenix. Dorthin zahlt der Pool deine Sats aus.


Mein Miner für zu Hause
Bitaxe Gamma
- Fertig aufgebaut, mit Netzteil
- Rund 1,1 TH/s bei etwa 18 Watt
- Für Pool- und Solo-Mining
Was ist ein Mining Pool? Pool-Mining und Solo-Mining
Beim Mining suchen Rechner auf der ganzen Welt nach dem nächsten Block. Wer ihn findet, bekommt die Belohnung, aktuell 3,125 BTC plus Gebühren. Mit der winzigen Rechenleistung eines Bitaxe ist das wie Lotto: Du kannst gewinnen, aber die Chance ist sehr klein.
Ein Mining Pool bündelt die Rechenleistung vieler Miner. Jeder Miner reicht laufend Teillösungen ein, sogenannte Shares. Sie zeigen dem Pool, wie viel Rechenarbeit du beigesteuert hast. Der Pool findet regelmäßig Blöcke und verteilt die Erträge nach deinem Anteil.
Braiins rechnet nach FPPS (Full Pay Per Share): Du bekommst für jeden Share einen festen Betrag, egal ob der Pool gerade einen Block findet oder nicht. Darin stecken auch die Transaktionsgebühren. Deine Erträge sind so jeden Tag gut planbar.
| Merkmal | Pool-Mining | Solo-Mining |
|---|---|---|
| Auszahlung | jeden Tag ein kleiner Betrag | alles oder nichts: ein ganzer Block oder gar nichts |
| Mit einem Bitaxe | rund 50 Sats am Tag | sehr kleine Chance auf rund 3,1 BTC |
| Planbarkeit | hoch | reine Glückssache |
| Passt für | alle, die Mining jeden Tag sehen wollen | Lotto-Fans mit Geduld |
Dass Solo-Mining mit einem Bitaxe tatsächlich klappen kann, zeigt Block 957.382: Am 10. Juli 2026 fand ihn laut dem Pool-Betreiber ein einzelner Bitaxe über Public Pool, die Belohnung lag bei 3,138 BTC (mempool.space). Solche Treffer sind aber extrem selten. Wie lange es im Schnitt dauert, rechne ich im Artikel Wie lange dauert es, einen Bitcoin zu minen? vor.
Der Braiins Pool
Der Braiins Pool ist der älteste Bitcoin-Mining-Pool der Welt. Er startete 2010 als Slush Pool und hat seitdem rund 1,29 Millionen Bitcoin gemined. Für Hobby-Miner ist er vor allem wegen der Lightning-Auszahlungen interessant. Die Konditionen laut Braiins Academy (Stand Oktober 2026):
- Poolgebühr: 2,5 % deiner Erträge. Die 0 % Gebühr, mit der Braiins wirbt, gilt nur mit der eigenen Firmware Braiins OS, die es für den Bitaxe nicht gibt.
- Lightning-Auszahlung: ab 1 Sat, bis 0,005 BTC, kostenlos
- On-Chain-Auszahlung: ab 0,0002 BTC, unter 0,005 BTC kostet sie 0,0001 BTC
- Zeitpunkt: jeden Tag um 9:00 Uhr UTC, also um 10 Uhr bei uns im Winter und um 11 Uhr im Sommer
Für einen einzelnen Bitaxe kommt nur Lightning infrage. Bis du on-chain auf 0,0002 BTC kommst, vergehen über ein Jahr, und die Gebühr würde die Hälfte auffressen.
Die Lightning Wallet
Lightning ist ein schnelles Zahlungsnetz, das auf Bitcoin aufsetzt. Kleine Beträge kommen dort in Sekunden und fast kostenlos an. Für die Auszahlung brauchst du eine Wallet mit einer Lightning-Adresse. Sie sieht aus wie eine E-Mail-Adresse, zum Beispiel deinname@walletofsatoshi.com.
Wallet of Satoshi: Die bekannteste Lightning Wallet für Einsteiger. Ich habe sie im Oktober 2026 neu heruntergeladen und konnte sie in Deutschland ohne Probleme einrichten. Laut Anbieter gibt es neben der klassischen Version, bei der die Firma dein Guthaben verwahrt, eine Version, bei der du die Schlüssel selbst hältst und eine Wiederherstellungsphrase aus 12 Wörtern bekommst (Support-Seite). Medien berichten, dass EU-Nutzer seit Januar 2026 nur noch diese selbst verwahrte Version bekommen.
Phoenix: Eine Lightning Wallet, bei der du von Anfang an selbst verwahrst. Etwas technischer, aber ebenfalls gut für Mining-Auszahlungen geeignet.
Bekommst du Wörter zur Wiederherstellung angezeigt, schreib sie auf und bewahre sie sicher auf. Wer sie verliert, verliert im Zweifel seine Sats. Wie ich das mache, steht im Ratgeber Krypto sicher verwahren.
Anleitung: Bitaxe mit dem Braiins Pool verbinden
So bekommst du mit deinem Bitaxe täglich Sats
- Konto beim Braiins Pool anlegen
Öffne pool.braiins.com und klicke auf „Sign Up“. Gib E-Mail-Adresse, Benutzernamen und ein sicheres Passwort ein und bestätige die E-Mail. Danach meldest du dich an.
- Worker anlegen und Pool-Adresse kopieren
Klicke im Menü auf „Workers“ und dann auf „Connect Workers“. Wähle als Protokoll „Stratum V1“. Du siehst jetzt die Pool-Adresse
stratum.braiins.com, den Port3333und deine userID. Als Worker-Namen hängst du an die userID einen Punkt und einen Namen an, zum Beispieldeinname.bitaxe.
Pool-Adresse und Zugangsdaten unter „Connect Workers“ (Stand 2024) · Quelle: Braiins Pool - Pool im Bitaxe eintragen
Öffne die Oberfläche deines Bitaxe im Browser über seine IP-Adresse im Heimnetz und gehe zu „Settings“. Trag ein:
- Stratum URL:
stratum.braiins.com(ohnestratum+tcp://und ohne Port) - Stratum Port:
3333 - Stratum User: deine userID mit Worker-Namen, zum Beispiel
deinname.bitaxe - Stratum Password: beliebig, zum Beispiel
x
Speichere und starte den Bitaxe über „Restart“ neu.

Die Pool-Daten in den Einstellungen des Bitaxe (Stand 2024) · Quelle: eigener Screenshot - Stratum URL:
- Lightning-Adresse als Auszahlung hinterlegen
Richte deine Lightning Wallet ein und kopiere deine Lightning-Adresse. Im Braiins Pool gehst du zu „Funds“ und „Edit Payout Settings“, wählst „Lightning Payout“ und fügst die Adresse ein. Als Schwelle („Threshold“) reicht 1 Sat. Prüf die Adresse genau: Eine falsche Adresse bedeutet, dass die Sats verloren sind.

Lightning-Auszahlung ab 1 Sat (Stand 2024, Adresse unkenntlich gemacht) · Quelle: Braiins Pool - Prüfen, ob alles läuft
Nach ein paar Minuten taucht dein Bitaxe im Dashboard als aktiver Worker mit seiner Rechenleistung auf. Am nächsten Morgen um 9 Uhr UTC kommt die erste Auszahlung in deiner Wallet an.

Das Dashboard mit einem aktiven Worker (Stand 2024, damals mit rund 0,5 TH/s) · Quelle: Braiins Pool

Wie viele Sats bringt das? Ertrag und Stromkosten
Ich habe den Ertrag mit aktuellen Daten nachgerechnet (Stand 28. Oktober 2026, Netzwerkdaten von mempool.space):
| Größe | Wert |
|---|---|
| Rechenleistung Bitaxe Gamma | rund 1,2 TH/s |
| Rechenleistung des gesamten Netzwerks | rund 1.072 EH/s |
| Belohnung je Block inkl. Gebühren | rund 3,14 BTC, etwa 144 Blöcke am Tag |
| Ertrag am Tag nach 2,5 % Poolgebühr | rund 49 Sats (etwa 3,5 Cent) |
| Ertrag im Monat | rund 1.500 Sats (etwa 1,05 €) |
| Stromverbrauch | rund 17 Watt, 0,41 kWh am Tag |
| Stromkosten im Monat bei 35 Cent/kWh | gut 4 € |
Unterm Strich zahlst du also rund 3 € im Monat drauf. Das ist der ehrliche Preis für ein Hobby, bei dem du jeden Tag siehst, wie Mining und Lightning funktionieren. Den Euro-Wert deiner Sats rechnest du jederzeit im Bitcoin-Rechner um.
Wie viele Sats es genau werden, hängt von drei Dingen ab: Steigt die Rechenleistung des Netzwerks, sinkt dein Anteil. Steigen die Transaktionsgebühren, gibt es mehr. Und der Euro-Wert schwankt mit dem Bitcoin-Kurs.
Warnung
Keine Anlageberatung. Ein Bitaxe ist ein Hobbygerät und keine Geldanlage. Er verdient seine Stromkosten in der Regel nicht, und der Wert der Sats schwankt mit dem Bitcoin-Kurs.
Meine Erfahrung
Am Braiins Pool hat mich vor allem die tägliche Auszahlung motiviert. Jeden Morgen ein paar Sats auf dem Handy zu sehen, macht Mining greifbar wie kaum etwas anderes. Im Februar 2026 kamen bei mir täglich 35 bis 45 Sats an. Die Einrichtung dauert keine Viertelstunde, danach läuft alles von allein.
Inzwischen mine ich mit meinem Bitaxe nicht mehr im Braiins Pool, sondern wieder direkt, also solo. Statt kleiner Beträge hoffe ich jetzt auf den großen Treffer, wohl wissend, dass er sehr wahrscheinlich nie kommt. Beides hat seinen Reiz: Der Pool zeigt dir jeden Tag, dass deine Rechenleistung etwas wert ist. Solo-Mining ist das Lotto-Ticket, das nebenbei das Netzwerk stärkt.
Wenn du zusätzlich einen NerdMiner betreibst, kannst du ihn mit einem eigenen Worker-Namen im selben Braiins-Konto laufen lassen. Viel trägt er mit seiner winzigen Rechenleistung aber nicht bei.
Steuern auf Mining-Erträge
Auch kleine Mining-Erträge sind grundsätzlich steuerpflichtig. Als Hobby zählen sie in der Regel zu den sonstigen Einkünften, die bis zu einer Freigrenze von 256 € im Jahr steuerfrei bleiben. Mit einem einzelnen Bitaxe liegst du weit darunter. Wie Mining genau besteuert wird und wann es gewerblich wird, erkläre ich im Ratgeber zu den Krypto-Steuern.







