Welche Krypto-Börsen haben eine BaFin- oder MiCA-Lizenz? Seit dem 1. Juli 2026 brauchen alle Krypto-Börsen in der EU eine Lizenz nach der europäischen MiCA-Verordnung, in Deutschland schon seit dem 30. Dezember 2025. Die frühere „BaFin-Lizenz“ für Krypto gibt es in dieser Form nicht mehr. Alle Börsen, die ich hier auf onekrypto empfehle, haben eine MiCA-Lizenz: Bitvavo*, Kraken*, Trade Republic*, Bitpanda*, BISON*, Relai* und Coinbase*.

In diesem Ratgeber findest du die Liste mit Aufsicht und Datum der Lizenz, den Unterschied zwischen BaFin- und MiCA-Lizenz und eine Anleitung, wie du die Lizenz jeder Börse in wenigen Minuten selbst prüfst. Den Wechsel auf MiCA habe ich bei einigen Börsen hautnah mitbekommen, bei manchen mehr, als mir lieb war.

Warnung

Keine Anlageberatung. Auch eine Börse mit Lizenz schützt dich nicht vor Kursverlusten. Kryptowährungen schwanken stark, ein Totalverlust ist möglich.

Krypto-Börsen mit MiCA- und BaFin-Lizenz: Die Liste

Alle Anbieter in dieser Liste habe ich selbst mit eigenem Geld getestet. Die Note stammt aus meinen Testberichten.

AnbieterAufsicht (Land)MiCA-Lizenz seitNote
Bitvavo*AFM (Niederlande)Juni 20258,7
Kraken*Central Bank of Ireland (Irland)Juni 20258,6
Trade Republic*BaFin und Bundesbank (Deutschland)April 2025, als Bank8,5
Bitpanda*BaFin (Deutschland), zusätzlich FMA (Österreich)Januar 20258,4
BISON*BaFin (Deutschland)Januar 20257,9
Relai*AMF (Frankreich)Oktober 20257,7
Coinbase*CSSF (Luxemburg)Juni 20257,5

Stand: Oktober 2026. Quellen: Angaben der Anbieter, ESMA-Register und das Register der französischen AMF.

  • Bitvavo: Die günstigste Börse in meinem Vergleich, MiCA-Lizenz der niederländischen AFM seit dem 27. Juni 2025. Den Weg dorthin habe ich als Kunde deutlich gespürt, dazu unten mehr. Zum Bitvavo-Test
  • Kraken: Seit 2011 am Markt, MiCA-Lizenz der irischen Zentralbank. Für EU-Kunden ist die Payward Europe Solutions Limited zuständig. Zum Kraken-Test
  • Trade Republic: Deutsche Vollbank unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank, laut BaFin-Datenbank seit dem 24. April 2025 mit Erlaubnissen nach MiCA für Verwahrung, Handel und Übertragung von Kryptowerten. Die Coins liegen größtenteils in Cold Wallets bei BitGo Europe. Zum Trade-Republic-Test
  • Bitpanda: Im Januar 2025 die erste große Krypto-Plattform mit einer MiCA-Lizenz der BaFin, später kamen Lizenzen in Österreich und Malta dazu. Zum Bitpanda-Test
  • BISON: Die App der Börse Stuttgart, MiCA-Lizenz der BaFin seit Januar 2025. Zum BISON-Test
  • Relai: Die Bitcoin-App aus Zürich bietet in der EU über die Relai EU SASU an, zugelassen von der französischen AMF am 23. Oktober 2025. Deine Bitcoin liegen in deiner eigenen Wallet. Zum Relai-Test
  • Coinbase: MiCA-Lizenz der luxemburgischen Aufsicht CSSF seit Juni 2025, die Coinbase Luxembourg S.A. betreut seitdem die EU-Kunden. Zum Coinbase-Test

Gebühren, Spreads und meine Empfehlung für jeden Anlegertyp findest du im Krypto-Börsen Vergleich.

Eintrag der Relai EU SASU auf der Liste der französischen Finanzaufsicht AMF als zugelassener Krypto-Dienstleister (CASP) vom 23. Oktober 2025
Beispiel Relai: Eintrag bei der französischen Aufsicht AMF · Quelle: amf-france.org, Stand 18.10.2026

BaFin-Lizenz oder MiCA-Lizenz: Was ist der Unterschied?

Früher: BaFin-Lizenz nach dem Kreditwesengesetz

Seit 2020 war in Deutschland eine Erlaubnis der BaFin erforderlich, wenn jemand Kryptowerte für Kunden verwahrt oder mit ihnen gehandelt hat. Rechtsgrundlage war das Kreditwesengesetz (KWG). Anbieter wie Bitpanda, BISON und Coinbase hatten so eine Erlaubnis. Der Haken: Sie galt nur in Deutschland. Wer auch in Frankreich oder Spanien anbieten wollte, brauchte dort eine eigene Lizenz. Deshalb gab es lange nur wenige regulierte Börsen für deutsche Kunden.

Heute: MiCA-Lizenz für die ganze EU

Seit dem 30. Dezember 2024 gilt die europäische MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation) für Krypto-Dienstleister. In Deutschland ergänzt sie das Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG). Der entscheidende Unterschied: Eine MiCA-Lizenz aus einem EU-Land gilt in allen EU-Ländern. Ein Anbieter muss seine Tätigkeit im Ausland nur bei seiner Aufsicht anzeigen, das nennt sich EU-Pass (Passporting).

KriteriumBaFin-Lizenz (KWG, früher)MiCA-Lizenz (heute)
Rechtsgrundlagedeutsches KreditwesengesetzEU-Verordnung MiCA, in Deutschland mit dem KMAG
Gilt innur Deutschlandallen 27 EU-Ländern
Erteilt vonBaFinder Aufsicht im Land des Anbieters, in Deutschland der BaFin
Regelndeutsche Vorgabenin der ganzen EU gleich

Für dich als Anleger heißt das: Ob die Lizenz von der BaFin, der niederländischen AFM oder der irischen Zentralbank kommt, spielt für deinen Schutz keine große Rolle. Die Regeln sind überall dieselben.

Was wurde aus den alten BaFin-Lizenzen?

Anbieter mit einer Erlaubnis nach dem KWG konnten ein vereinfachtes Verfahren nutzen, um auf MiCA umzustellen, und durften bis zur Entscheidung weiterarbeiten (BaFin). Deutschland hat diese Übergangsfrist auf zwölf Monate begrenzt, also bis zum 30. Dezember 2025. EU-weit endete sie spätestens am 1. Juli 2026 (ESMA). Wer seit diesem Zeitpunkt keine MiCA-Lizenz hat, darf in der EU keine Krypto-Dienste mehr anbieten.

So habe ich den Wechsel auf MiCA erlebt

Bei meinen eigenen Börsen lief der Wechsel sehr unterschiedlich:

  • Bitvavo: Hier habe ich es extrem gemerkt. 2024 zog Bitvavo seinen Antrag auf eine deutsche BaFin-Lizenz zurück und den Handel für deutsche Kunden übernahm eine Übergangslösung mit einem Münchner Partner. Nach der MiCA-Lizenz im Juni 2025 liefen die deutschen Konten ab September 2025 wieder direkt bei Bitvavo. Jeder Schritt brachte neue Bedingungen und Aufgaben für mich als Kunde.
  • Kraken: Hier lief es eher im Hintergrund. Mein Konto wurde zur europäischen Gesellschaft Payward Europe umgezogen, ohne große Einschränkungen für mich.
  • Bitpanda: Bei Bitpanda lief der Wechsel problemlos. Bitpanda hatte als eine der ersten Plattformen schon im Januar 2025 seine MiCA-Lizenz.

Mein Fazit daraus: Eine Börse, die schon früh ihre MiCA-Lizenz hatte, hat dir viel Aufwand erspart.

Was schützt dich eine Lizenz und was nicht?

Eine Lizenz heißt, dass eine Aufsichtsbehörde den Anbieter geprüft hat und laufend überwacht. Das bringt dir einiges:

  • Getrennte Verwahrung: Anbieter müssen die Kryptowerte ihrer Kunden getrennt vom eigenen Vermögen halten. Geht die Börse pleite, gehören deine Coins nicht zur Insolvenzmasse.
  • Regeln für Kapital, Organisation und IT-Sicherheit: Der Anbieter muss Eigenkapital vorhalten, seine Systeme absichern und Interessenkonflikte offenlegen.
  • Klare Informationen und Beschwerdewege: Gebühren, Risiken und Ansprechpartner müssen nachvollziehbar sein.

Was eine Lizenz nicht leistet:

  • Kein Schutz vor Kursverlusten: Fällt der Bitcoin-Kurs, hilft dir keine Aufsicht.
  • Keine Einlagensicherung für Krypto: Die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € gilt nur für Euro-Guthaben bei einer Bank, nicht für deine Coins.
  • Kein Schutz vor Kontosperren: Auch regulierte Börsen fragen nach der Herkunft deines Geldes und sperren Konten bei Unklarheiten. Das kommt gerade wegen der Regulierung vor.
  • Kein vollständiger Schutz vor Hacks: Auch eine lizenzierte Börse kann angegriffen werden.

Größere Beträge, die du lange halten willst, verwahrst du deshalb am besten selbst. Wie das geht, zeige ich in Krypto sicher verwahren.

So prüfst du selbst, ob eine Börse eine Lizenz hat

Verlass dich nicht auf die Werbung einer Börse und auch nicht auf Listen im Internet, auch nicht auf meine. Die Prüfung dauert nur ein paar Minuten:

Lizenz einer Krypto-Börse im Register prüfen

  1. ESMA-Register öffnen

    Die Europäische Wertpapieraufsicht ESMA führt ein Register aller zugelassenen Krypto-Dienstleister in der EU. Du findest es auf der MiCA-Seite der ESMA im Abschnitt „Interim MiCA Register“ unter „Crypto-asset service providers“ (eine Tabelle zum Herunterladen).

    Abschnitt Interim MiCA Register auf der Website der ESMA mit dem Download Crypto-asset service providers
    Das MiCA-Register der ESMA: Die Liste der Krypto-Dienstleister steht unter „Crypto-asset service providers“ · Quelle: esma.europa.eu, Stand 18.10.2026
  2. Nach dem Namen der Gesellschaft suchen

    Such nach dem Firmennamen, nicht nach dem Markennamen. Bei Kraken ist das zum Beispiel Payward Europe Solutions, bei Coinbase die Coinbase Luxembourg S.A. Den Namen findest du im Impressum oder in den AGB des Anbieters.

  3. Land, Aufsicht und Datum prüfen

    Im Eintrag stehen das Land, die zuständige Aufsicht, das Datum der Zulassung und welche Dienste erlaubt sind. Passt das zu dem, was der Anbieter verspricht?

  4. Bei deutschen Anbietern die BaFin-Datenbank nutzen

    Für Anbieter aus Deutschland kannst du zusätzlich in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachschauen. Dort steht auch, welche Erlaubnisse eine Bank wie Trade Republic hat.

    Eintrag der Trade Republic Bank GmbH in der Unternehmensdatenbank der BaFin, Gattung unter anderem Kryptowertedienstleister, mit Erlaubnissen nach MiCA vom 24.04.2025
    Beispiel Trade Republic: Die BaFin-Datenbank zeigt jede Erlaubnis mit Datum, die MiCA-Erlaubnisse stammen vom 24.04.2025 · Quelle: portal.mvp.bafin.de, Stand 17.10.2026

Tipp

Findest du einen Anbieter in keinem Register, oder steht er auf der Liste der Warnungen der ESMA oder der BaFin, lass die Finger davon. Seit dem Ende der Übergangsfrist darf er in der EU keine Krypto-Dienste mehr anbieten.

Ohne MiCA-Lizenz: Finger weg

Zwei Anbieter, die ich lange genutzt habe, empfehle ich heute nicht mehr, weil sie keine MiCA-Lizenz haben:

  • Binance: Binance hat seinen MiCA-Antrag in Griechenland im Juni 2026 zurückgezogen und darf seit dem 1. Juli 2026 in der EU keine regulären Dienste mehr anbieten. Was du als Kunde jetzt tun solltest, steht in meinem Binance-Test.
  • Nexo: Nexo hat keine eigene MiCA-Lizenz, Zinsen und Kredite laufen außerhalb der EU-Regulierung. Mehr dazu im Nexo-Test.

Typische Warnsignale bei unbekannten Anbietern: Garantierte Renditen, Kontakt über WhatsApp oder Telegram, Druck zur schnellen Einzahlung und kein Eintrag im ESMA-Register. Bei solchen Angeboten handelt es sich oft um Betrug.

Fazit: Achte auf die MiCA-Lizenz, nicht auf das Wort „BaFin“

„BaFin-Lizenz“ klingt nach deutscher Gründlichkeit, ist für Krypto-Börsen aber nicht mehr der entscheidende Punkt. Wichtig ist heute die MiCA-Lizenz, egal aus welchem EU-Land. Die gute Nachricht: Alle großen seriösen Börsen haben sie inzwischen, und du kannst es selbst im Register prüfen.

Welche dieser Börsen am besten zu dir passt, hängt von deinen Plänen ab. Für niedrige Gebühren empfehle ich Bitvavo*, fürs Traden Kraken Pro* und für Krypto neben Aktien und ETFs Trade Republic*. Alle Details findest du im Krypto-Börsen Vergleich.