Im Januar 2026 hielt ich keinen einzigen Satoshi. Am 22. Juli 2026 bin ich wieder eingestiegen, mit einem monatlichen Sparplan je zur Hälfte in Bitcoin und Ethereum. Heute macht Krypto 1,8 % meines Depots aus, die Basis ist ein breiter Welt-ETF. In diesem Update lege ich offen, warum ich verkauft habe, wie mein Plan für den Wiedereinstieg aussah und was daraus geworden ist.
Viele zeigen ihr Portfolio nur, wenn es gut läuft. Ich finde: Wer hier seit Jahren über Krypto schreibt, sollte auch zeigen, wie er selbst sein Geld anlegt, auch wenn das zwischendurch null Prozent Krypto bedeutet.
Warnung
Keine Anlageberatung. Das ist mein persönliches Portfolio. Es passt zu meiner Situation und nicht automatisch zu deiner.
Krypto verkaufen: Warum ich 2025 alles verkauft habe
2025 lief Bitcoin über 100.000 US-Dollar, mein Krypto-Portfolio war deutlich im Plus. Ich habe in mehreren Tranchen um die 100.000 US-Dollar verkauft. Das Hoch habe ich damit nicht perfekt getroffen, aber das war auch nicht das Ziel.
Gewinne mitzunehmen ist keine Schwäche, sondern Risikomanagement. Ich bin seit 2017 im Markt und habe genug Zyklen erlebt, um zu wissen, dass nach großen Hochs oft Rückgänge von 70 % und mehr folgen. Wie heftig die waren, zeige ich im Ratgeber zum Bitcoin-Crash.
Januar 2026: 0 % Krypto
Mitte Januar 2026 sah meine Verteilung so aus:
- 60 % Aktien und ETFs, hauptsächlich bei Trade Republic
- 30 % Cash auf Tages- und Festgeld
- 10 % Altersvorsorge, betrieblich und ein alter Riester-Vertrag
- 0 % Kryptowährungen
Die 30 % Cash waren keine Angst, sondern Kaufkraft für den Rückgang, mit dem ich gerechnet hatte. Bitcoin hatte vom Hoch im Oktober 2025 schon deutlich nachgegeben, es fehlten neue Käufer und Euphorie, und Tagesgeld brachte wieder ordentliche Zinsen.
Mein Plan für den Wiedereinstieg und was daraus wurde
Im Januar hatte ich mir zwei Schwellen gesetzt:
- Ab rund 60.000 US-Dollar: langsamer Einstieg per Sparplan
- Ab 35.000 US-Dollar: deutlich mehr kaufen, gestaffelt

So ist es gekommen: Bitcoin fiel bis zum 30. Juni 2026 auf 51.474 €, das waren rund 60.000 US-Dollar, also genau meine erste Schwelle. Die 35.000 US-Dollar wurden nicht erreicht. Am 22. Juli 2026 habe ich bei rund 58.300 € (66.500 US-Dollar) mit dem Sparplan begonnen, als sich der Markt gefangen hatte, die Stimmung langsam wieder passte und der Zeitpunkt zum bisherigen Vier-Jahres-Zyklus passte. Das Tief habe ich damit nicht erwischt. Das war auch nie mein Anspruch.
Seitdem kaufe ich jeden Monat automatisch, je zur Hälfte Bitcoin und Ethereum. Altcoins halte ich keine.
Mein Depot heute

Mein Depot laut meinem Portfolio-Tracker Parqet, Stand Anfang November 2026:
- Aktien-ETFs: 52,5 %. Der größte Baustein ist der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (ISIN IE00B3RBWM25). Er streut über Tausende Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Dazu kommen kleinere Positionen in Dividenden-ETFs und einem Schwellenländer-ETF.
- Einzelaktien: 32,4 %. Ein paar Unternehmen, die ich seit Jahren halte und verstehe. Namen nenne ich bewusst nicht, das hier ist kein Aktien-Tipp-Blog.
- Immobilien-ETF: 13,3 %. Ein ETF auf börsennotierte Immobiliengesellschaften (REITs).
- Krypto: 1,8 %. Bitcoin und Ethereum, je etwa zur Hälfte, aufgebaut seit Juli per Sparplan.
Tagesgeld und Altersvorsorge sind darin nicht enthalten. Der Krypto-Anteil wächst mit jedem Monat. Gewinne aus Bitcoin schichte ich später wieder in den FTSE All-World um, so wie 2025.
Krypto und ETFs kaufe ich bei Trade Republic*, als Krypto-Börse nutze ich Kraken*. Wie du selbst ein Portfolio aufteilen kannst, beschreibe ich im Ratgeber Krypto-Portfolio aufbauen.
Wie viel Krypto ich empfehle
Meine generelle Empfehlung bleibt: höchstens 20 % Krypto, für die meisten eher deutlich weniger. Entscheidend ist nicht die Prozentzahl, sondern ob du einen Rückgang um 80 % aushältst, ohne in Panik zu verkaufen. Ich selbst liege mit 1,8 % weit darunter, weil ich gerade erst wieder aufbaue.
Warum nie wieder 100 % Krypto
Ich war nie komplett „all in“, aber zwischenzeitlich lag mein Krypto-Anteil bei 40 bis 50 %. Das würde ich heute nicht mehr machen.
Bitcoin hat mich nicht über Nacht zum Millionär gemacht, aber finanziell gebildet. Vor 2017 hatte ich keinen Sparplan und kein Interesse an Geldanlage. Bitcoin war der Auslöser, mich mit Sparplänen, Risiko und langfristigem Denken zu beschäftigen. Das war die eigentliche Rendite, und der Weg zu dem, was ich unter Reichtum verstehe: Freiheit durch finanzielle Stabilität.
Heute zählen andere Dinge. Ich bin über 40, meine Familie verlässt sich auf finanzielle Stabilität. Früher wollte ich Chancen maximieren. Heute will ich Risiken begrenzen und Chancen nutzen, wenn sie kommen.
Schlaf ist mir mehr wert als Rendite. Mit meiner Aufteilung schaue ich ein-, zweimal pro Woche ins Depot und schlafe gut.
Was du daraus mitnehmen kannst
Drei Fragen, die ich mir selbst stelle und die du dir auch stellen solltest:
- Könnte ich einen Rückgang um 80 % bei meinem Krypto-Anteil aushalten, ohne zu verkaufen oder schlecht zu schlafen?
- Habe ich einen Plan für Gewinne, oder hoffe ich einfach auf das nächste Hoch?
- Steht mein Vermögen auf einer soliden Basis aus Notgroschen und breitem ETF, bevor ich Krypto beimische?
Was Bitcoin aus meiner Sicht wert ist, beschreibe ich im Artikel zum fairen Wert von Bitcoin, warum ich beim Nutzen im Alltag skeptisch bleibe, im Krypto-Usecase im Realitätscheck.







