Ein Krypto-Portfolio baust du in drei Schritten auf: Zuerst legst du fest, wie viel deines Vermögens überhaupt in Krypto darf. Dann machst du Bitcoin zum Kern und nimmst andere Coins höchstens als kleine Beimischung dazu. Und schließlich planst du vorher, wann du nachkaufst, wann du Gewinne sicherst und wie oft du das Portfolio überprüfst. Für den langfristigen Vermögensaufbau gehört daneben ein breites ETF-Depot.

Ich investiere seit 2017 in Krypto und habe in den ersten Jahren vieles falsch gemacht: zu viele Altcoins und zu viele kleine Positionen, die ich kaum noch überblicken konnte. Heute ist mein Ansatz deutlich einfacher. Wie er aussieht und welche Beispiel-Portfolios sich für dich eignen können, zeige ich in diesem Ratgeber.

Warnung

Keine Anlageberatung. Die Beispiel-Portfolios zeigen Möglichkeiten, keine Empfehlung für dich. Kryptowährungen schwanken stark und können auch über Jahre deutlich im Minus liegen.

Wie viel Krypto gehört ins Portfolio?

Bevor du über Bitcoin und Altcoins nachdenkst, stellt sich eine wichtigere Frage: Wie viel deines Vermögens darf in Krypto? Eine feste Prozentzahl, die für alle passt, gibt es nicht. Eine einfache Faustregel hilft aber:

Investiere nur so viel, dass ein Rückgang um 80 % dich nicht in Schwierigkeiten bringt. Bitcoin ist schon mehrfach um 70 bis 80 % gefallen, wie ich im Ratgeber zum Bitcoin-Crash zeige. Hast du 5.000 € in Krypto, musst du also damit leben können, dass zwischenzeitlich nur noch 1.000 € übrig sind.

Flächendiagramm: Abstand des Bitcoin-Kurses zu seinem jeweiligen Allzeithoch von 2013 bis 2026, mit Tiefpunkten bei minus 81, minus 79, minus 73 und minus 52 Prozent
So weit lag Bitcoin jeweils unter seinem bisherigen Höchststand · Quelle: eigene Grafik, Kursdaten mempool.space und CoinGecko

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat:

  1. Notgroschen zuerst: Drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto.
  2. Basis für den Vermögensaufbau: Ein breites ETF-Depot, zum Beispiel auf einen Weltindex wie den MSCI World.
  3. Krypto als Beimischung: Ein kleinerer Anteil, den du über Jahre liegen lassen kannst.
Drei Schritte: zuerst Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto, dann ein breiter Aktien-ETF wie der MSCI World, dann Bitcoin und Ethereum als Beimischung
Erst die Basis, dann Krypto

Kern und Beimischung: So teilst du auf

Für die Aufteilung innerhalb von Krypto hat sich das Kern-Satellit-Prinzip bewährt:

  • Kern: Bitcoin. Der größte Teil, langfristig gehalten und per Sparplan aufgebaut. Bitcoin ist die älteste und am breitesten gehandelte Kryptowährung.
  • Ergänzung: Ethereum. Wer neben Bitcoin eine zweite große Kryptowährung möchte, nimmt meist Ethereum.
  • Satellit: andere Coins. Wenn überhaupt, ein kleiner Teil. Viele Altcoins verlieren über die Jahre stark an Wert oder verschwinden ganz.

Je kleiner und neuer ein Coin, desto höher das Risiko. Ein Portfolio aus zwanzig kleinen Positionen sieht gestreut aus, ist aber oft riskanter als eines aus Bitcoin und Ethereum, weil alle Coins in einem Crash gemeinsam fallen.

Beispiel-Portfolios

Vier Beispiel-Portfolios als Balken: 100 % Bitcoin; 80 % Bitcoin und 20 % Ethereum; 70 % Bitcoin, 20 % Ethereum und 10 % andere Coins oder Index; 90 % Aktien-ETF wie MSCI World und 10 % Bitcoin
Vier Beispiel-Portfolios vom reinen Bitcoin-Portfolio bis zum ETF-Depot mit Krypto-Beimischung

1. Nur Bitcoin: 100 % Bitcoin, per Sparplan und mit Zukäufen in starken Rückgängen. Am einfachsten zu verwalten.

2. Bitcoin und Ethereum: etwa 80 % Bitcoin und 20 % Ethereum. Etwas breiter gestreut, aber weiterhin nur die beiden größten Kryptowährungen. Wer Ethereum stärker gewichten will, kann auch höher gehen: Mein eigener Sparplan läuft aktuell 50 zu 50 auf Bitcoin und Ethereum.

3. Kern mit Beimischung: etwa 70 % Bitcoin, 20 % Ethereum und 10 % andere Coins oder ein Krypto-Index. Für Anleger, die einen kleinen Teil bewusst riskanter anlegen wollen.

4. ETF-Depot mit Krypto-Beimischung: Der größte Teil liegt in einem breiten Aktien-ETF, etwa auf den MSCI World, ein kleiner Teil in Bitcoin, zum Beispiel 90 zu 10. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist das für die meisten Anleger die solideste Variante: Der ETF streut über Tausende Unternehmen, Bitcoin sorgt für zusätzliche Streuung in eine andere Anlageklasse. Praktisch ist ein Anbieter, bei dem beides in einer App liegt, etwa Trade Republic*: ETF- und Krypto-Sparpläne ohne Ordergebühr in einem Depot. Mehr im Trade-Republic-Test.

Logo von Trade Republic

Trade Republic8,5/10

  • ETF- und Krypto-Sparpläne ohne Ordergebühr
  • MSCI-World-ETF und Bitcoin im selben Depot
  • Deutsche Bank unter BaFin-Aufsicht
Zum Testbericht*Werbelink · Selbst getestet seit 02/2023

Die Zahlen sind Beispiele. Passe sie an dein Alter, dein Einkommen und deine Nerven an. Was ein Sparplan mit echten Kursen in der Vergangenheit gebracht hätte, rechnest du im Sparplan-Rechner nach.

Krypto-Indizes: Streuen mit einem Kauf

Statt einzelne Coins zu kaufen, kannst du einen Krypto-Index nehmen. Bei Bitpanda* gibt es dafür die Bitpanda Crypto Indices: Der BCI5 enthält die fünf größten Kryptowährungen nach Marktwert und Handelsvolumen, dazu gibt es Varianten mit 10 und 25 Coins. Einmal im Monat wird der Index automatisch neu gewichtet (Bitpanda, BCI5).

Vorteile:

  • Breite Streuung mit einem einzigen Kauf
  • Automatische Anpassung, wenn sich die Rangliste ändert
  • Keine Gebühr für das Halten

Nachteile:

  • Kauf und Verkauf kosten 1,99 %, und auch bei jeder monatlichen Neugewichtung fallen 1,99 % auf die umgeschichteten Beträge an (laut Kosteninformation von Bitpanda, Stand November 2026).
  • Du hältst automatisch Coins, die du vielleicht gar nicht willst.
  • Die Coins liegen bei Bitpanda. Löst du Coins, die nur im Index handelbar sind, aus dem Index heraus, können Tradinggebühren anfallen.

Ein Index lohnt sich vor allem, wenn du breit streuen willst und dich nicht selbst um die Aufteilung kümmern möchtest. Willst du hauptsächlich Bitcoin halten, ist ein Sparplan auf Bitcoin günstiger. Mehr zu Bitpanda im Bitpanda-Test.

Logo von Bitpanda

Bitpanda8,4/10

  • Bitpanda Crypto Index mit 5, 10 oder 25 Coins
  • Monatliches Rebalancing automatisch
  • Dazu Aktien und ETFs in einer App
Zum Testbericht*Werbelink · Selbst getestet seit 04/2019

Rebalancing: Wann und wie du nachjustierst

Steigt Bitcoin stark, wächst sein Anteil am Portfolio von selbst. Aus geplanten 10 % Krypto können schnell 25 % werden, und damit ist dein Risiko höher als gewollt. Rebalancing heißt, die Anteile wieder auf dein Ziel zurückzuführen.

  • Wann: Ein- bis zweimal im Jahr oder wenn ein Anteil um mehr als ein Viertel von deinem Ziel abweicht.
  • Wie: Am einfachsten über neue Einzahlungen. Du kaufst mit dem Sparplan, was unter seinem Zielanteil liegt. Verkaufen musst du nur bei großen Abweichungen.
  • Steuern: Verkäufe innerhalb eines Jahres nach dem Kauf sind steuerpflichtig. Wenn möglich, verkauf Coins, die du länger als ein Jahr hältst. Die Regeln stehen im Ratgeber Krypto-Steuern.
Rebalancing-Beispiel: Start mit 9.000 Euro ETF und 1.000 Euro Bitcoin, nach Verdreifachung von Bitcoin 75 zu 25 Prozent, nach dem Verkauf von 1.800 Euro Bitcoin wieder 90 zu 10 Prozent
Rechenbeispiel: Steigt Bitcoin stark, holst du den Anteil durch einen Teilverkauf zurück aufs Ziel

Damit du nicht von Hand rechnen musst, gibt es mein kostenloses Portfolio-Spreadsheet: Du trägst deine Zielanteile ein und siehst sofort, was du kaufen oder verkaufen müsstest.

Gewinne mitnehmen und sichern

Die meisten Anleger haben einen Plan für den Kauf, aber keinen für den Verkauf. Im Hoch entscheidet dann die Gier, im Crash die Angst. Besser ist es, vorher festzulegen, was passiert:

  • In Tranchen verkaufen: Nicht alles auf einmal, sondern in mehreren Schritten bei steigenden Kursen. So musst du das Hoch nicht treffen.
  • Schwellen vorher festlegen: Statt fester Kursziele, die schnell veralten, helfen Regeln relativ zum letzten Hoch, zum Beispiel ein Teil beim neuen Allzeithoch, ein weiterer Teil 25 % darüber.
  • Haltefrist beachten: Nach einem Jahr sind Gewinne steuerfrei. Ein Verkauf kurz vorher kann dich einen großen Teil des Gewinns kosten.
  • Gewinne umschichten: Verkaufte Gewinne kannst du zum Beispiel ins ETF-Depot oder auf das Tagesgeldkonto legen und damit dein Risiko senken. So mache ich es selbst: Gewinne aus Bitcoin schichte ich immer wieder in einen breiten Welt-ETF um, bei mir den Vanguard FTSE All-World.

Wie so ein Plan aussehen kann, zeigt das Beispiel: Der Sparplan läuft immer weiter. Fällt Bitcoin um 50 % oder 70 % unter sein letztes Hoch, kommt ein zusätzlicher Kauf dazu. Erreicht der Kurs ein neues Hoch, verkaufst du einen ersten Teil, weitere Teile bei 25 % und 50 % darüber. Die Zahlen sind Beispiele, keine Empfehlung. Entscheidend ist, dass du sie festlegst, bevor die Gefühle mitreden.

Schematischer Kursverlauf: Nachkäufe bei 50 und 70 Prozent unter dem bisherigen Hoch, Verkäufe in drei Stufen beim neuen Hoch, 25 und 50 Prozent darüber
Beispiel-Plan: nachkaufen im Tief, verkaufen in Stufen, mit Schwellen relativ zum letzten Hoch

Überblick behalten: Portfolio-Tracker

Liegen deine Coins bei mehreren Börsen, im Depot und auf einer Hardware-Wallet, verlierst du schnell den Überblick. Ein Portfolio-Tracker zeigt dir dein gesamtes Vermögen an einem Ort:

  • Getquin* oder Parqet: Krypto, Aktien und ETFs zusammen, gut für das Gesamtbild aus Depot und Krypto.
  • CoinTracking*: Mein Steuer-Tool seit 2017, das auch alle Käufe und Verkäufe über Börsen und Wallets hinweg erfasst. Mehr im Krypto-Steuer-Vergleich.

Wo du deine Coins sicher aufbewahrst, steht im Ratgeber Krypto sicher verwahren.

Häufige Fehler beim Portfolio-Aufbau

  • Zu viel Krypto: Wer einen großen Teil seines Vermögens in Krypto hat, verkauft im nächsten Crash aus Angst.
  • Zu viele Altcoins: Viele kleine Positionen, die du kaum verfolgst und die im Crash noch stärker fallen als Bitcoin.
  • Kein Plan für Gewinne: Ohne Verkaufsplan bleiben Gewinne oft nur auf dem Papier.
  • Zu häufiges Umschichten: Jeder Verkauf kostet Gebühren und vor Ablauf der Haltefrist Steuern.
  • Alles an einem Ort: Verteile deine Bestände auf mehrere Anbieter und Verwahrungsarten.

Mein Ansatz: Sparplan, Tranchen und Gewinne ins ETF-Depot

Mein Krypto-Portfolio baue ich über einen Sparplan auf, der aktuell je zur Hälfte in Bitcoin und Ethereum fließt. Zusätzlich kaufe ich einzeln nach, wenn der Kurs stark gefallen ist. Verkauft habe ich bei neuen Hochs, aber nie alles auf einmal: 2025 habe ich in mehreren Tranchen um die 100.000 US-Dollar verkauft. Das Top habe ich damit nicht perfekt getroffen, das war aber auch nicht das Ziel.

Die Gewinne aus Bitcoin schichte ich immer wieder in klassische Anlagen um, vor allem in den Vanguard FTSE All-World (ISIN IE00B3RBWM25). So wächst mit jedem Zyklus der solide Teil meines Vermögens, und das Krypto-Risiko bleibt begrenzt.

Dafür nutze ich zwei Anbieter: Trade Republic* für ETFs und Krypto in einem Depot und Kraken* als Krypto-Börse. Mehr dazu im Trade-Republic-Test und im Kraken-Test.

Altcoins halte ich nicht mehr langfristig. Ich trade sie höchstens kurzfristig. Aus meinen ersten Jahren weiß ich, wie schnell kleine Coins an Wert verlieren, wenn der Hype vorbei ist.

Wenn du gerade erst anfängst, findest du die ersten Schritte im Fahrplan für Einsteiger.