Was ist ein Bitcoin-Crash, und wie schlimm war es bisher? Seit 2013 ist Bitcoin fünfmal um rund die Hälfte oder mehr eingebrochen, dreimal sogar um bis zu 80 %. Nach jedem dieser Crashs hat der Kurs ein bis drei Jahre später ein neues Hoch erreicht. Das ist die Geschichte, keine Garantie für die Zukunft. Der letzte große Einbruch lief von Oktober 2025 bis Juni 2026: minus 52 %.

Ich bin im August 2017 eingestiegen und habe seitdem drei große Crashs erlebt. 2018 war heftig, 2022 habe ich durchgehalten, und 2026 habe ich vorher verkauft und steige jetzt vorsichtig per Sparplan wieder ein. Die Zahlen in diesem Artikel habe ich selbst ausgewertet, aus denselben Kursdaten, die auch mein Sparplan-Rechner nutzt.

Warnung

Keine Anlageberatung. Bitcoin kann jederzeit stark fallen, auch weiter als in der Vergangenheit, im Extremfall bis auf null. Investiere nur Geld, dessen Verlust du verkraften kannst.

Aktuelle Lage: Wo steht Bitcoin gerade?

Hinweis

Stand 25. Oktober 2026: Das bisherige Allzeithoch erreichte Bitcoin am 6. Oktober 2025 mit 107.019 € (Tagesschluss, rund 126.000 US-Dollar). Danach fiel der Kurs bis zum 30. Juni 2026 auf 51.474 €, ein Minus von 52 %. Am 25. Oktober 2026 lag Bitcoin bei 71.363 €, also noch 33 % unter dem Hoch. Den aktuellen Kurs siehst du jederzeit im Bitcoin-Rechner.

Diesen Abschnitt aktualisiere ich bei jedem größeren Einbruch.

Alle großen Bitcoin-Crashs im Überblick

Als Crash zähle ich hier einen Einbruch um rund 50 % oder mehr vom bis dahin höchsten Kurs. Ausgewertet habe ich die Tagesschlusskurse in Euro seit Oktober 2013 (bis 2023 Wochenkurse). Innerhalb eines Tages waren die Ausschläge teils noch größer.

HochTiefEinbruchWieder auf altem Hoch
27.11.2013: 828 €07.01.2015: 154 €−81 %Dezember 2016
13.12.2017: 13.900 €30.01.2019: 2.966 €−79 %November 2020
07.04.2021: 52.596 €14.07.2021: 27.250 €−48 %Oktober 2021
03.11.2021: 56.575 €30.12.2022: 15.481 €−73 %Februar 2024
06.10.2025: 107.019 €30.06.2026: 51.474 €−52 %noch nicht

Quelle: Kursdaten von mempool.space und CoinGecko, eigene Auswertung, Stand 25.10.2026.

Dazu kam im März 2020 der Corona-Schock: Innerhalb von fünf Wochen fiel Bitcoin von 9.527 € auf 4.953 €, ein Minus von 48 %. Das alte Allzeithoch von 2017 war damals noch gar nicht wieder erreicht.

Flächendiagramm: Abstand des Bitcoin-Kurses zu seinem jeweiligen Allzeithoch von 2013 bis 2026, mit Tiefpunkten bei minus 81, minus 79, minus 73 und minus 52 Prozent
So weit lag Bitcoin jeweils unter seinem bisherigen Höchststand · Quelle: eigene Grafik, Kursdaten mempool.space und CoinGecko

Auffällig ist ein Muster: Die großen Hochs kamen jeweils rund ein bis eineinhalb Jahre nach einem Halving, danach folgte der Crash. Ob sich das wiederholt, weiß niemand. Mehr zum Halving steht in meinem Artikel zum Bitcoin-Halving.

Logarithmischer Bitcoin-Kurs in Euro von 2013 bis 2026 mit markierten Halvings 2016, 2020, 2024 und dem erwarteten Halving 2028 sowie den Hochs und Tiefs jedes Zyklus
Vier Zyklen: Nach jedem Halving ein neues Hoch, danach der Crash · Quelle: eigene Grafik, Kursdaten mempool.space und CoinGecko

Warum crasht Bitcoin?

Bitcoin hat keinen festen inneren Wert wie die Gewinne einer Firma. Den Kurs bestimmen allein Angebot und Nachfrage: Er ist das, was Käufer gerade zu zahlen bereit sind. Wollen plötzlich viel mehr Anleger verkaufen als kaufen, sinkt der Preis so lange, bis sich wieder Käufer finden. Kippt die Stimmung, geht es entsprechend schnell abwärts. Meist kommen mehrere Gründe zusammen:

  • Der Zyklus nach dem Halving: Nach jedem Halving wird das neue Angebot knapper, oft folgt eine starke Rally. Am Hoch nehmen viele Anleger Gewinne mit, und die Euphorie kippt.
  • Hebel und Zwangsverkäufe: Viele Trader handeln mit geliehenem Geld. Fällt der Kurs, werden ihre Positionen automatisch geschlossen, und diese Verkäufe drücken den Kurs weiter. So entstehen die schnellen Einbrüche an einem einzigen Tag.
  • Zinsen und Geldmenge: Steigen die Zinsen, ziehen Anleger Geld aus riskanten Anlagen ab. 2022 hat genau das neben Aktien auch Bitcoin getroffen.
  • Pleiten und Skandale: 2014 brach die damals größte Bitcoin-Börse Mt. Gox zusammen, im November 2022 meldete die Börse FTX Insolvenz an. Beides hat den Markt tief verunsichert.
  • Verbote und Regulierung: 2021 ging China schrittweise gegen das Mining und den Handel vor. Von April bis Juli fiel der Kurs um fast die Hälfte.
  • Große Halter und Fonds: Seit es Bitcoin-ETFs gibt, bewegen Zu- und Abflüsse großer Fonds den Kurs spürbar. Auch Firmen mit großen Beständen wie Strategy (früher MicroStrategy) sind ein Risiko, falls sie verkaufen müssten.

Warum fallen alle Kryptowährungen gleichzeitig?

Crasht Bitcoin, fallen fast immer alle anderen Kryptowährungen mit, oft sogar stärker. Das hat drei Gründe:

  1. Bitcoin dominiert den Markt: Bitcoin macht den größten Teil des gesamten Kryptomarkts aus. Bewegt sich Bitcoin, bewegt sich der Markt.
  2. Bitcoin ist das Stimmungsbarometer: Viele Anleger lesen am Bitcoin-Kurs ab, ob es „gut“ oder „schlecht“ läuft. Fällt er, verkaufen sie auch ihre anderen Coins.
  3. Bitcoin ist der Einstieg: Viele kaufen Altcoins mit Bitcoin oder über dieselben Börsen. Wird Geld abgezogen, trifft es alle Coins zugleich.

Altcoins sind kleiner und spekulativer. In Crashs verlieren sie deshalb meist mehr als Bitcoin und erholen sich oft nie ganz. Ich habe genau dort mein Geld verloren, mit Bitcoin dagegen nie.

Bitcoin-Crash: Was tun?

Wenn der Kurs abstürzt, ist die größte Gefahr nicht der Markt, sondern die eigene Panik. Diese Punkte helfen mir:

  1. Nicht in Panik verkaufen: Wer am Tiefpunkt verkauft, macht einen Buchverlust endgültig. Frag dich: Hat sich an meinen Gründen für Bitcoin etwas geändert, oder nur der Kurs?
  2. Hebel sofort reduzieren: Wer mit geliehenem Geld oder Hebelprodukten investiert ist, riskiert im Crash einen Totalverlust. Langfristig investieren und Hebel passen nicht zusammen.
  3. Nur Geld, das du nicht brauchst: Musst du in den nächsten Jahren an das Geld, gehört es nicht in Bitcoin.
  4. Sicherheit prüfen: Liegen deine Coins bei einer regulierten Börse oder auf deiner eigenen Wallet? Pleiten wie FTX haben gezeigt, dass die Verwahrung zählt. Mehr dazu in Krypto sicher aufbewahren.
  5. Steuern im Blick behalten: Verkaufst du innerhalb eines Jahres mit Verlust, kannst du ihn mit Gewinnen aus anderen privaten Verkäufen verrechnen. Nach einem Jahr ist ein Verkauf steuerfrei, ein Verlust zählt dann aber auch nicht. Details stehen in Krypto-Steuern in Deutschland.
  6. Nicht auf den Boden wetten: Den Tiefpunkt erkennt man erst hinterher. Statt alles auf einmal zu kaufen, verteile Käufe über die Zeit.

Nach dem Crash kaufen? Sparplan statt Timing

Nach einem Crash ist Bitcoin günstiger als vorher. Ob es schon der Boden ist, weiß aber niemand. Ich setze deshalb nicht auf einen großen Einmalkauf, sondern auf einen Sparplan: Jeden Monat kaufe ich für denselben Betrag. Fällt der Kurs weiter, bekomme ich mehr Bitcoin für mein Geld, steigt er, habe ich schon etwas.

Genau so bin ich im Juli 2026 wieder eingestiegen, bei rund 66.000 US-Dollar und damit rund 50 % unter dem Allzeithoch. Bewusst nicht mit einem großen Betrag, denn ein weiterer Rücksetzer bis 70 % unter dem Hoch wäre nach der Geschichte nicht ungewöhnlich. Mein Sparplan läuft über Kraken*, aktuell je zur Hälfte in Bitcoin und Ethereum. Im Hintergrund erfasst CoinTracking automatisch jeden Kauf für die Steuer.

Was ein Sparplan durch frühere Crashs gebracht hätte, kannst du mit echten Kursen im Sparplan-Rechner nachrechnen, zum Beispiel ab Januar 2022 durch den Crash bis heute. Wo du am günstigsten einen Sparplan anlegst, vergleiche ich im Krypto-Börsen-Vergleich.

Meine Erfahrung mit Bitcoin-Crashs

2018: Ein paar Monate nach meinem Einstieg im August 2017 ging es los, insgesamt fast 80 % nach unten. Das war heftig. Ich war aber langfristig von Bitcoin überzeugt und habe weiter gehalten. Viele Gewinne habe ich so liegen lassen, verkauft habe ich mit Verlust aber nie. Geld verloren habe ich in dieser Zeit nur mit Altcoins, nie mit Bitcoin.

Bitcoin-Kurs in Euro von Juni 2017 bis Ende 2019 mit meinem Einstieg bei rund 3.800 €, dem Hoch von 13.900 € im Dezember 2017 und dem Tief von 2.966 € im Januar 2019
Mein erster Crash: Einstieg im August 2017, Hoch im Dezember 2017, Tief im Januar 2019 (minus 79 %). · Quelle: Eigene Grafik, Kursdaten mempool.space und CoinGecko

2022: Den Crash um 73 % habe ich ausgesessen. Meine Coins lagen größtenteils auf meiner Hardware-Wallet, von den Pleiten bei FTX und anderen Anbietern war ich deshalb nicht betroffen.

Bitcoin-Kurs in Euro von 2021 bis Mitte 2023 mit dem Hoch von 56.575 € im November 2021, der FTX-Pleite im November 2022 und dem Tief von 15.481 € Ende Dezember 2022
Der Crash 2022: vom Hoch im November 2021 bis zum Tief nach der FTX-Pleite (minus 73 %). · Quelle: Eigene Grafik, Kursdaten mempool.space und CoinGecko

2025 und 2026: Ich habe immer gehalten, bis ich 2025 in mehreren Tranchen um die 100.000 US-Dollar alles verkauft habe. Das absolute Hoch habe ich damit nicht getroffen, und das war auch nicht mein Ziel. Mir hat gereicht, einen großen Teil der Gewinne zu sichern und wieder ruhig schlafen zu können. Ins Jahr 2026 bin ich mit 0 % Krypto gestartet. Im Juli 2026 habe ich meinen Sparplan wieder gestartet und bin weiterhin vorsichtig.

Bitcoin-Kurs in Euro von Januar 2025 bis Oktober 2026 mit dem Allzeithoch von 107.019 € im Oktober 2025, dem Tief von 51.474 € Ende Juni 2026 und dem Neustart meines Sparplans im Juli 2026
Der aktuelle Zyklus: Allzeithoch im Oktober 2025, Tief Ende Juni 2026 (minus 52 %), Neustart meines Sparplans im Juli 2026. Stand 25.10.2026. · Quelle: Eigene Grafik, Kursdaten mempool.space und CoinGecko

Was ich aus drei Crashs gelernt habe: Gewinne mitzunehmen ist keine Schwäche, sondern Risikomanagement. Und ein Plan, den ich vorher festlege, schützt mich vor Entscheidungen aus Angst oder Gier.

Wie tief kann Bitcoin noch fallen?

Niemand kann das vorhersagen, auch ich nicht. Die Geschichte gibt nur einen Rahmen: Die drei großen Crashs nach einem Zyklus-Hoch lagen bei 73 bis 81 %. Der aktuelle Einbruch erreichte bisher 52 %.

Es gibt Gründe, warum die Ausschläge kleiner werden könnten: Bitcoin ist größer geworden, mehr institutionelle Anleger halten es über ETFs, und die Regulierung schafft Vertrauen. Es gibt aber auch Gründe für Vorsicht: Mehr Hebel im Markt, die Abhängigkeit von Zinsen und große Firmenbestände können Crashs verstärken. Rechne deshalb immer damit, dass Bitcoin auch tiefer fallen kann als in der Vergangenheit.

Wie Bitcoin grundsätzlich funktioniert und warum es überhaupt einen Wert hat, erkläre ich in Was sind Bitcoins?.