Meine Divly Erfahrungen in einem Satz: Divly ist ein einfaches und günstiges Krypto-Steuer-Tool, das im Test richtig gerechnet hat, soweit ich es ohne gekauften Bericht prüfen konnte. Anders als CoinTracking, Blockpit und Chain.report ist Divly für mich ein neues Tool. Ich habe es nicht für meine eigene Steuer genutzt, sondern für diesen Test mit demselben Testdepot geprüft wie die anderen Tools. Meine Steuer mache ich mit CoinTracking, mehr dazu in meinem CoinTracking-Test.
Warnung
Keine Steuerberatung. Ich bin kein Steuerberater, sondern zeige dir meine eigenen Tests. Bei größeren Beträgen, DeFi oder gewerblichem Handel lass dich von einem Steuerberater beraten.
Was ist Divly?
Divly ist eine Software für Krypto-Steuern aus Schweden. Hinter der Marke steht die Ragnaros AB aus Stockholm, gegründet 2021. Divly erstellt Steuerberichte für Deutschland und weitere europäische Länder. Du verbindest Börsen und Wallets oder lädst Dateien hoch, Divly berechnet Gewinne und Verluste nach den Regeln deines Landes und erstellt daraus einen Bericht.
Die wichtigsten Funktionen:
- Import: Börsen, Wallets und Blockchains sowie eine eigene CSV-Vorlage für alles andere
- Kostenlos: Portfolio bis 25.000 Transaktionen, Gewinn oder Verlust je Verkauf, Vorschau der Anlage SO
- Steuerbericht für Deutschland: Anlage SO, Anlage KAP und Export für WISO, gegen Einmalzahlung je Steuerjahr
- Expertenprüfung: auf Wunsch prüft ein Divly-Experte deine Transaktionen
Steckbrief: Divly
| Preis ab | 39 € pro Jahr |
|---|---|
| Kostenlose Transaktionen | 0 |
| Schnittstellen | 200 |
| Steuerreports für | DE und weitere europäische Länder |
| DeFi & NFT | Ja |
| Zugang für Steuerberater | Ja |
| Mobile App | Nein |
| Steueroptimierung | Nein |
| Sitz | Stockholm (SE) |
Mein Test: Rechnet Divly richtig?
Ich habe Divly mit meinem Testdepot geprüft: 7 Transaktionen aus 2024 und 2025 mit einem Verkauf teils nach und teils vor Ablauf der Haltefrist, Gebühren, einem Verlust, einem Tausch von Bitcoin in Ether und einem Staking-Ertrag. Das richtige Ergebnis habe ich vorher von Hand gerechnet. Wie Haltefrist und FIFO funktionieren, erkläre ich in Krypto-Steuern in Deutschland.

Schon ohne Kauf zeigt Divly den Gewinn oder Verlust für jeden Verkauf:
| Vorgang | Soll (von Hand) | Divly |
|---|---|---|
| Bitcoin-Verkauf, steuerpflichtiger Teil (97 Tage) | +990 € | +990,00 € |
| Ether-Verkauf mit Verlust | −1.000 € | −1.000,00 € |
| Tausch Bitcoin gegen Ether (233 Tage) | Wert der Ether minus 1.402 € | +457,59 € |
| Staking-Ertrag | Wert bei Zufluss | 80,58 € |
| Bestand zum Jahresende | 0,03 BTC und 1,55 ETH | 0,03 BTC und 1,55 ETH |
Die Werte stimmen. Besonders gut: Beim Bitcoin-Verkauf zeigt Divly nur den steuerpflichtigen Teil von 990 €, der Anteil aus dem Kauf von 2024 ist nach Ablauf der Haltefrist steuerfrei und taucht nicht als Gewinn auf. Auch die Gebühren hat Divly richtig verrechnet.
Auffällig ist der Tausch: Divly setzt für die 0,5 ETH einen Wert von 1.859,59 € an, Blockpit kam für denselben Vorgang auf 1.606,26 €. Beide nutzen eigene Kursdaten. Das zeigt, wie stark das Ergebnis eines Tausches von der Kursquelle abhängt. Das BMF erlaubt dafür den Kurs einer Handelsplattform oder einer Kursliste, wichtig ist, dass du eine Quelle einheitlich nutzt.
Was ich nicht prüfen konnte
Die Summen für die Anlage SO und den fertigen Bericht zeigt Divly erst nach dem Kauf, in der Vorschau sind die Beträge unscharf. Die Freigrenzen von 1.000 € für private Veräußerungsgeschäfte und 256 € für sonstige Einkünfte sind aber schon zu sehen:

Import: CSV-Vorlage mit klarer Anleitung
Für Börsen und Wallets ohne eigene Schnittstelle gibt es bei Divly die Vorlage „Import Custom File“. Die Anleitung steht direkt im Import-Fenster, und anders als bei CoinTracking und Chain.report ist sie bei den Gebühren eindeutig: Gebühren gehören nur in die eigene Spalte und werden nicht in die Beträge eingerechnet, sonst zählt Divly sie doppelt.

Mein Testdepot kam in einem Durchgang an: 7 Transaktionen, Kurse geladen, Steuern berechnet. Praktisch ist der Knopf „Rückgängig“, mit dem du einen Import wieder entfernen kannst.
Divly Kosten 2026
Divly rechnet wie Blockpit und Chain.report je Steuerjahr ab. Du zahlst einmal für das Jahr, ohne Abo, und es zählen nur die Transaktionen dieses Jahres. In meinem Testdepot waren das für 2025 sechs Transaktionen.

| Paket | Preis je Steuerjahr (bis 100 Transaktionen) | Was dabei ist |
|---|---|---|
| Essentials | 39 € | Bericht mit Anlage SO, Anlage KAP und WISO-Export, unbegrenzte Aktualisierungen, Anleitung zur Abgabe |
| Experten-Check | 99 € | zusätzlich prüft ein Divly-Experte deine Transaktionen |
| Rundum-sorglos | 599 € | persönlicher Experte, Videoanrufe, begleitete Abgabe |
Stand: 21.10.2026, laut Preisangaben im Konto. Für mehr Transaktionen steigt der Preis: Essentials kostet für bis zu 1.000 Transaktionen 99 €, für 10.000 Transaktionen 199 € und für 100.000 Transaktionen 399 €. Mit Experten-Check sind es 199 €, 399 € und 699 €.
Für Anleger mit wenigen Käufen im Jahr ist Divly damit der günstigste Einstieg mit Bericht.

Krypto-Steuer-Tool aus Schweden
Divly8,3/10
- Steuerbericht ab 39 € je Steuerjahr
- Gewinne je Verkauf kostenlos sichtbar
- Anlage SO, KAP und WISO-Export
Bedienung
Divly ist einfach gestaltet, mit einem freundlichen Vogel als Maskottchen. Das Dashboard zeigt Bilanz, Wertverlauf, Verteilung der Coins und das Vermögen je Wallet:

Ein paar Kleinigkeiten fallen auf: Einige Begriffe sind noch englisch, etwa „Imported: today“, und im Wallet-Guthaben erschien ein leeres Asset mit dem Namen „0“. Das stört nicht bei der Berechnung, wirkt aber weniger ausgereift als bei Blockpit.
Support und Erfahrungen anderer Nutzer
Den Support habe ich nicht gebraucht. Auf Trustpilot hat Divly 4,6 von 5 Punkten bei 172 Bewertungen, davon 87 % mit fünf Sternen (Trustpilot, Stand 21.10.2026). Gelobt werden die einfache Bedienung und der Support, kritisiert vereinzelt fehlende Transaktionen beim Import.

Divly im Vergleich
Divly ist das jüngste der Tools in meinem Test und punktet vor allem beim Preis für wenige Transaktionen:
| Merkmal | Divly | CoinTracking | Blockpit | Chain.report |
|---|---|---|---|---|
| Einstieg mit Bericht | 39 € je Steuerjahr (100 Transaktionen) | 39 € im Jahr (200 Transaktionen) | 49 € je Steuerjahr (50 Transaktionen) | 59 € je Steuerjahr (5.000 Transaktionen) |
| Gewinne je Verkauf ohne Kauf sichtbar | ja | ja | nur mit PLUS (Abo) | ja |
| Gebühren im eigenen Import | eigene Spalte, direkt richtig | in den Betrag einrechnen | eigene Spalte, direkt richtig | ohne Gebühr im Betrag eintragen |
| Sitz | Schweden | Deutschland | Österreich | USA |
Meine ausführlichen Tests: CoinTracking, Blockpit und Chain.report.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Vorteil: Günstiger Einstieg, 39 € je Steuerjahr ohne Abo
- Vorteil: Gewinn und Verlust je Verkauf kostenlos sichtbar
- Vorteil: Klare Anleitung für den eigenen Import, Gebühren direkt richtig
- Vorteil: Vorschau der Anlage SO mit Freigrenzen
- Vorteil: Expertenprüfung für 99 € möglich
Nachteile
- Nachteil: Fertiger Bericht und Summen nur nach Kauf
- Nachteil: Teils englische Begriffe in der Oberfläche
- Nachteil: Kleine Darstellungsfehler, etwa ein leeres Asset
- Nachteil: Noch keine eigene Langzeit-Erfahrung
Fazit: Für wen lohnt sich Divly?
Divly hat im Test einen guten Eindruck gemacht: einfacher Import mit klarer Anleitung, richtige Werte je Verkauf und ein günstiger Bericht ab 39 €. Für ein abschließendes Urteil fehlt mir die Erfahrung mit einer echten Steuererklärung, deshalb bleibt Divly in meinem Test hinter CoinTracking und Blockpit.
Divly passt zu dir, wenn du nur wenige Transaktionen im Jahr hast, kein Abo willst und dir eine einfache Oberfläche wichtig ist.
Schau dir die anderen Tools an, wenn du viele Börsen, Staking oder lange Historien hast, oder wenn du ein Tool mit mehr Funktionen suchst.
Tipps für den Start
- Kostenlos importieren: Prüf Bestand und Gewinne je Verkauf, bevor du den Bericht kaufst.
- Gebühren richtig eintragen: In der eigenen Vorlage nur in die Gebühren-Spalte, nicht in die Beträge.
- Staffel prüfen: Zähl die Transaktionen des Steuerjahres, bevor du ein Paket wählst.
- Kursquelle beachten: Bei Tausch und Staking hängt der Wert von den Kursdaten ab. Vergleich auffällige Werte mit einer Börse.
- Expertenprüfung bei Unsicherheit: Für 99 € schaut ein Experte über deine Transaktionen.
Einzelnoten
Import & Schnittstellen (25 %)
8,5/10Eigene CSV-Vorlage mit klarer Anleitung direkt im Import-Fenster, auch zu den Gebühren: Sie gehören nur in die Gebühren-Spalte. Mein Testdepot kam ohne Fehler an, alle 7 Transaktionen wurden erkannt.
Richtigkeit der Berechnung (25 %)
8,5/10Gewinn und Verlust je Verkauf stimmten im Testdepot, inklusive Gebühren und der Aufteilung nach Haltefrist (nur der steuerpflichtige Teil von 990 € erscheint). Den kostenpflichtigen Bericht mit den Summen habe ich nicht gekauft.
Bedienung (15 %)
8/10Einfach und freundlich gestaltet, mit Übersicht, Wallets, Transaktionen und Steuerbericht. Kleinigkeiten stören: teils englische Begriffe und ein leeres Asset „0“ im Wallet-Guthaben.
Steuerberichte (D-A-CH) (15 %)
8/10Vorschau der Anlage SO mit Freigrenzen schon im kostenlosen Konto, der Bericht enthält laut Divly Anlage SO, Anlage KAP und einen Export für WISO. Den fertigen Bericht habe ich nicht gekauft.
Preis-Leistung (10 %)
8,5/1039 € je Steuerjahr für bis zu 100 Transaktionen, Einmalkauf ohne Abo. Gezählt werden nur die Transaktionen des Steuerjahres. Für 99 € prüft ein Experte deine Transaktionen.
Support (10 %)
8/10Ich habe den Support nicht gebraucht. Auf Trustpilot 4,6 von 5 bei 172 Bewertungen, der Support wird oft gelobt (Stand: 21.10.2026).





