Meine BitBox02 Erfahrungen in einem Satz: Die BitBox02* ist ein einfaches, durchdachtes Hardware-Wallet aus der Schweiz, dem ich genauso vertraue wie meinem Trezor, und für alle, die ihre Coins langfristig sicher aufbewahren wollen, eine klare Empfehlung. Ich habe sie gekauft, als sie 2019 auf den Markt kam. Für diesen Test habe ich sie im Oktober 2026 aktualisiert, neu eingerichtet, die Adresse am Gerät geprüft und aus dem Backup wiederhergestellt.

So schick wie ein Ledger ist sie nicht, und mit dem iPhone funktioniert nur die neue Nova. Für das Aufbewahren habe ich aber nie etwas vermisst. Zahlungen unterwegs mache ich mit meiner Hardware-Wallet ohnehin nicht.

Warnung

Keine Anlageberatung. Eine Hardware-Wallet schützt deine Coins vor Hacks bei Börsen und auf deinem Rechner, aber du bist dann selbst verantwortlich. Geht dein Backup verloren, sind deine Coins weg. Wann sich Selbstverwahrung lohnt, erkläre ich in Krypto sicher aufbewahren.

Was ist die BitBox02?

Die BitBox02 kommt von Bitbox aus dem Kanton Zürich, die Firma hieß früher Shift Crypto. Sie ist seit 2019 auf dem Markt und kostet im Shop von Bitbox 149 € (Stand: Oktober 2026). Das Gerät ist kaum größer als ein USB-Stick und hat ein kleines OLED-Display. Statt Tasten bedienst du es über Berührungsflächen an den beiden Längsseiten.

Es gibt sie in zwei Ausführungen:

  • Multi Edition: Bitcoin, Ethereum mit Token, Cardano, Litecoin und über 1.500 Token. Die habe ich.
  • Bitcoin-only: nur für Bitcoin. Weniger Code bedeutet weniger Angriffsfläche, das hat sich 2026 bei einer Lücke gezeigt, die nur die Multi Edition betraf.

Seit 2025 gibt es außerdem die BitBox02 Nova mit Bluetooth für das iPhone, dazu mehr weiter unten.

Hand hält eine BitBox02 am USB-C-Kabel und berührt die Berührungsfläche an der Seite
Bedient wird die BitBox02 über Berührungsflächen an den Längsseiten · Quelle: Bild: Bitbox

Steckbrief: BitBox02

Preis149 €
VerbindungUSB-C
DisplayOLED, monochrom
TouchscreenNein
BluetoothNein
Secure ElementJa
Open SourceJa
Unterstützte Coins1.500
AkkuNein
Hersteller-SitzKanton Zürich (CH)

Mein Test: Update, Einrichtung, Adresse und Wiederherstellung

Ich teste alle Hardware-Wallets nach demselben Protokoll: Echtheit prüfen, Wallet anlegen, eine Adresse am Gerät prüfen, das Gerät zurücksetzen und aus dem Backup wiederherstellen. Geld schicke ich dafür nicht hin und her, das läuft bei allen Geräten gleich.

Firmware-Update und Kopplung

Meine BitBox02 lief noch auf Firmware 9.19.0. Die BitBoxApp hat sofort auf ein Update hingewiesen und auf Version 9.27.1 aktualisiert, das Gerät zeigt dabei den Fortschritt an. Weil ich die BitBox an diesem Rechner neu verbunden habe, musste ich außerdem einen Kopplungscode bestätigen, der gleichzeitig in der App und auf dem Gerät erscheint. So stellt die BitBox sicher, dass sie mit der richtigen App spricht.

BitBoxApp mit dem Dialog Firmware upgraden von Version 9.19.0 auf Version 9.27.1
Die BitBoxApp bietet das Update von Firmware 9.19.0 auf 9.27.1 an · Quelle: eigener Screenshot, Stand 24.10.2026

Das Update war nicht nur Kosmetik: 2026 hat Bitbox mehrere Sicherheitslücken geschlossen, mehr dazu im Abschnitt Sicherheit. Wer seine BitBox lange nicht angeschlossen hat, sollte das als Erstes nachholen.

Neue Wallet in rund 3 Minuten

Die Einrichtung führt die BitBoxApp Schritt für Schritt: Gerät benennen, Passwort festlegen und das Backup anlegen. Das Passwort gibst du direkt am Gerät über die Berührungsflächen ein, das ging bei mir sehr intuitiv. Die Wallet war in rund 3 Minuten fertig.

Das Backup legt die BitBox02 auf der mitgelieferten microSD-Karte an, das dauerte bei mir eine Minute. Zusätzlich kannst du dir die 24 Wiederherstellungswörter anzeigen lassen und auf Papier notieren. Das habe ich auch gemacht, mit sorgfältigem Abschreiben und Bestätigen brauchte ich dafür rund 10 Minuten.

BitBoxApp mit Hinweisen vor dem Anzeigen der Wiederherstellungswörter: nicht teilen, nicht digital aufbewahren, nicht fotografieren
Bevor die BitBox die 24 Wörter zeigt, warnt die App ausdrücklich vor Betrug und Fotos · Quelle: eigener Screenshot, Stand 24.10.2026

Adresse am Gerät prüfen

Bevor du Coins von deiner Börse an die BitBox schickst, prüfst du die Adresse am Gerät. Welche Börsen ich dafür empfehle, steht in meinem Krypto-Börsen Vergleich. Schadsoftware könnte sie in der App austauschen, das Display der BitBox aber nicht. Mit „Adresse auf BitBox überprüfen“ zeigt die BitBox02 die Adresse an, und ich vergleiche sie mit der App. Das klappte problemlos.

BitBoxApp mit dem Fenster Adresse auf BitBox überprüfen, QR-Code und Adresse unkenntlich gemacht
Die App fordert auf, die Adresse am Gerät zu vergleichen (unkenntlich gemacht) · Quelle: eigener Screenshot, Stand 24.10.2026
BitBox02 am USB-C-Anschluss, das Display zeigt eine Bitcoin-Adresse zur Bestätigung, Adresse unkenntlich gemacht
Dieselbe Adresse auf dem Display der BitBox02 · Quelle: eigenes Foto, 24.10.2026

Zurücksetzen und aus der microSD-Karte wiederherstellen

Zum Schluss habe ich die BitBox zurückgesetzt und aus der microSD-Karte wiederhergestellt. Das ging genauso schnell wie das Anlegen, rund 3 Minuten, und das Passwort gibst du wieder am Gerät ein. Danach war wieder dieselbe Adresse da. Das microSD-Backup ist das bequemste Backup, das ich bei Hardware-Wallets kenne: Karte rein, Backup auswählen, fertig. Wer lieber die 24 Wörter nutzt, kann auch damit wiederherstellen.

BitBoxApp im Bereich Backups verwalten mit der Aufforderung, die microSD-Karte in die BitBox zu stecken
Backups verwaltest du in der App, die microSD-Karte steckt direkt in der BitBox · Quelle: eigener Screenshot, Stand 24.10.2026

Sicherheit

Die BitBox02 setzt auf zwei Chips: einen Hauptprozessor und einen eigenen Sicherheitschip. Ein Dieb braucht drei Geheimnisse, um an die Wallet zu kommen: eines auf dem Sicherheitschip, eines auf dem Prozessor und dein Passwort, das nicht auf dem Gerät liegt. Der Sicherheitschip begrenzt außerdem die Zahl der Passwortversuche. Die Firmware ist quelloffen. Für den Chip der neuen Nova nennt Bitbox eine EAL6+-Zertifizierung, für die BitBox02 nicht.

Das microSD-Backup ist nicht verschlüsselt, mit Absicht. Bitbox behandelt die Karte wie einen Zettel mit deinen Wörtern: Wer sie hat, hat Zugriff auf deine Wallet. Bewahr sie deshalb genauso sicher auf und steck sie nie in einen Rechner. Seit 2023 kannst du das microSD-Backup auch weglassen und nur die Wörter nutzen. Eine zusätzliche Passphrase speichert die Karte nicht.

Die Lücken von 2026: Im Juli und August 2026 hat Bitbox mehrere Sicherheitslücken offengelegt und per Update geschlossen. Eine davon stuft Bitbox als schwer ein: Nach einem erfolgreichen Phishing hätte ein Angreifer eine manipulierte Firmware auf eine echte BitBox02 bringen und so Coins stehlen können. Eine weitere betraf nur die Multi Edition, die Bitcoin-only-Ausführung war nicht betroffen. Laut Bitbox gibt es keine Hinweise, dass Gelder gestohlen wurden. Bitbox empfiehlt mindestens Firmware 9.26.5 (Bitbox).

Für mich spricht es für Bitbox, dass solche Lücken offen beschrieben werden, teils mit Dank an externe Forscher. Für dich heißt das: Kauf nur direkt bei Bitbox* oder einem offiziellen Händler, halte die Firmware aktuell und lass dich nie über Mails oder Links zu einem Update drängen. Updates kommen nur über die BitBoxApp.

BitBoxApp und Coins

Die BitBoxApp ist eine der übersichtlichsten Apps, die ich bei Hardware-Wallets kenne, komplett auf Deutsch und für Windows, macOS, Linux und Android. Neben Konten und Backups findest du dort einen Bereich zum Kaufen, Verkaufen und Tauschen über Partner und eine Versicherung deiner Bitcoin über den Partner Bitsurance. Die App warnt außerdem gut sichtbar vor Betrugs-Mails: Bitbox fragt dich nie nach deinen Wiederherstellungswörtern.

Ethereum hat im Test genauso problemlos funktioniert wie Bitcoin. Insgesamt unterstützt die Multi Edition weniger Coins als Trezor oder Ledger. Für Bitcoin, Ethereum mit Token, Cardano und Litecoin reicht sie aber locker. Die App für Android habe ich nicht ausprobiert. Wer exotische Coins hat, sollte vorher in der Liste von Bitbox nachsehen.

BitBox02 Nova: Die Version für das iPhone

Apple lässt die USB-Verbindung zu externen Wallets auf dem iPhone nicht zu. Deshalb funktioniert die normale BitBox02 dort nicht, und sie lässt sich auch nicht nachrüsten. Dafür gibt es seit 2025 die BitBox02 Nova* für 175 € (auch bei Amazon*). Sie verbindet sich per Bluetooth über einen eigenen Funkchip, der keinen Zugriff auf die Schlüssel hat. Bluetooth lässt sich auch ganz abschalten. Dazu kommt ein Sicherheitschip mit EAL6+-Zertifizierung, und von der Bootloader-Lücke 2026 war die Nova nicht betroffen.

BitBox02 Nova neben einem iPhone und einem iPad mit der BitBoxApp
Die BitBox02 Nova funktioniert per Bluetooth auch mit iPhone und iPad · Quelle: Bild: Bitbox

Wer ein iPhone hat und seine Wallet auch am Handy nutzen möchte, nimmt die Nova. Wer am Rechner oder mit Android arbeitet, spart mit der BitBox02 26 €. Die Nova habe ich selbst nicht getestet, alle Unterschiede habe ich in BitBox02 Nova oder BitBox02 zusammengefasst. Eine Alternative mit iPhone-Unterstützung ist der Trezor Safe 7.

BitBox02 oder Trezor Safe 3?

Beide nutze ich selbst, und beiden vertraue ich gleich. Beide Hersteller konzentrieren sich auf das Wesentliche, sichere Hardware, und legen ihren Code offen. Die Unterschiede:

MerkmalBitBox02Trezor Safe 3
Preis149 €59 €
BedienungBerührungsflächenzwei Tasten
BackupmicroSD-Karte und 24 Wörter12, 20 oder 24 Wörter oder in mehreren Teilen
Sicherheitschipja, Zertifizierung nur bei der Nova genanntja, EAL6+
iPhonenur mit der Novanur ansehen

Stand: Oktober 2026, Angaben laut Hersteller.

Der Trezor Safe 3 ist deutlich günstiger. Die BitBox02 punktet mit dem bequemen microSD-Backup und der angenehmeren Bedienung. Alle Details zum Trezor stehen in meinem Trezor Safe 3 Test.

Fazit: Für wen lohnt sich die BitBox02?

Die BitBox02* ist für alle, die ihre Coins langfristig selbst aufbewahren wollen, eine klare Empfehlung. Sie ist einfach zu bedienen, die App ist gut, das microSD-Backup praktisch, und ich habe ein sehr hohes Vertrauen in Hardware und Software. Erhältlich ist sie auch bei Amazon*.

Hast du nur Bitcoin, nimm die Bitcoin-only-Ausführung. Nutzt du ein iPhone, nimm die Nova. Willst du möglichst wenig ausgeben, ist der Trezor Safe 3 die günstigere Alternative.

Tipp

Kauf deine Hardware-Wallet direkt beim Hersteller oder bei einem offiziellen Händler, nie gebraucht. Bei Amazon achte darauf, dass Amazon selbst oder Bitbox verkauft und nicht ein anderer Händler auf dem Marktplatz. Behandle die microSD-Karte wie deine Wiederherstellungswörter: sicher aufbewahren, nie in einen Rechner stecken.

Einzelnoten

  • Sicherheit (30 %)

    9/10

    Zwei Chips mit eigenem Sicherheitschip, quelloffene Firmware und Bestätigung jeder Adresse am Gerät. Bei einer neuen Verbindung muss ich einen Kopplungscode am Gerät bestätigen. Abzug, weil Bitbox 2026 mehrere Lücken schließen musste, eine davon laut Bitbox schwer, und weil Bitbox die EAL6+-Zertifizierung nur für den Chip der Nova nennt.

  • Bedienung (20 %)

    9/10

    Neue Wallet in rund 3 Minuten eingerichtet, Eingabe über die Berührungsflächen sehr intuitiv. Die BitBoxApp ist übersichtlich und auf Deutsch. Auf dem iPhone lässt sich nur die Nova nutzen.

  • Unterstützte Coins & Software (15 %)

    8/10

    Die Multi Edition unterstützt Bitcoin, Ethereum mit Token, Cardano, Litecoin und laut Bitbox über 1.500 Token, weniger als Trezor oder Ledger. Ethereum lief im Test problemlos. Die BitBoxApp läuft auf Windows, macOS, Linux und Android.

  • Verarbeitung (15 %)

    8,5/10

    Klein, leicht und solide, Anschluss per USB-C, microSD-Steckplatz direkt im Gerät. Kein Akku, kein Bluetooth.

  • Preis-Leistung (10 %)

    8,5/10

    149 € im Shop von Bitbox, teurer als ein Trezor Safe 3, dafür mit microSD-Backup, Berührungsflächen und einer sehr guten App. Eine Bitcoin-only-Ausführung gibt es ebenfalls.

  • Backup & Wiederherstellung (10 %)

    9,5/10

    Backup auf der beiliegenden microSD-Karte in rund einer Minute, dazu optional 24 Wörter auf Papier. Die Wiederherstellung dauerte rund 3 Minuten und ergab wieder dieselbe Adresse. Eine Passphrase wird unterstützt.

Vorteile

  • Vorteil: Backup auf microSD-Karte, schnell und einfach
  • Vorteil: Sehr intuitive Bedienung über Berührungsflächen
  • Vorteil: Übersichtliche BitBoxApp auf Deutsch
  • Vorteil: Quelloffene Firmware, zwei Chips mit Sicherheitschip
  • Vorteil: Bitcoin-only-Ausführung mit kleinerer Angriffsfläche
  • Vorteil: Hersteller legt Sicherheitslücken offen

Nachteile

  • Nachteil: Mit 149 € teurer als ein Trezor Safe 3
  • Nachteil: Weniger Coins als Trezor oder Ledger
  • Nachteil: Kein iPhone, dafür braucht es die Nova
  • Nachteil: Mehrere Lücken 2026, Updates sind Pflicht