Wie kaufe ich Bitcoin? Am einfachsten bei einer Börse oder App mit MiCA-Lizenz, in fünf Schritten: Anbieter wählen, Konto eröffnen und verifizieren, Geld per Überweisung einzahlen, Bitcoin kaufen und sicher aufbewahren. Der günstigste Weg ist eine Börse wie Bitvavo*, der einfachste eine App wie Trade Republic*. In dieser Anleitung zeige ich dir beide.

Meinen ersten Bitcoin habe ich im August 2017 bei Coinbase gekauft, damals für rund 3.500 €. Das war viel aufwendiger als heute: Es gab wenige Anbieter, Coinbase war nur auf Englisch verfügbar, und kaum jemand hat verständlich erklärt, was eine Wallet ist. PayPal oder Apple Pay gab es nicht, Kreditkarten kosteten hohe Gebühren und wurden teilweise blockiert, und die Verifizierung hat manchmal Tage gedauert. Heute geht das alles in einer halben Stunde, wenn du weißt, worauf du achten musst.

Warnung

Keine Anlageberatung. Bitcoin schwankt stark im Kurs, ein Totalverlust ist möglich. Investiere nur Geld, auf das du verzichten kannst.

Wo kaufe ich Bitcoin am besten?

Es gibt drei Arten von Anbietern:

  • Krypto-Börsen wie Bitvavo oder Kraken: Du handelst über ein Orderbuch (die Liste aller offenen Kauf- und Verkaufsaufträge) und zahlst eine offen ausgewiesene Gebühr. Am günstigsten, mit einem Profi-Modus für Fortgeschrittene.
  • Apps und Broker wie Trade Republic, BISON oder Bitpanda: Sehr einfach, oft mit Aktien und ETFs in derselben App. Die Kosten stecken meist zum Teil im Kurs (Spread).
  • Banken und Sparkassen: Manche bieten Krypto inzwischen in ihrer Banking-App an, meist teurer und mit kleiner Auswahl.

Wichtig ist bei allen: Der Anbieter braucht eine Lizenz nach der europäischen MiCA-Verordnung. Welche Börsen sie haben und wie du das selbst prüfst, zeige ich in Krypto-Börsen mit BaFin- und MiCA-Lizenz.

Meine Empfehlung für den Einstieg:

  • Am günstigsten: Bitvavo*, Testsieger in meinem Vergleich. Im Pro Mode zahlst du nur 0,15–0,25 % Gebühr.
  • Am einfachsten: Trade Republic*, wenn du dort schon Aktien oder ETFs hast. Ein Sparplan kostet nur den Spread.
  • Nur Bitcoin, direkt in die eigene Wallet: Relai*, der erste Sparplan bis 100 € im Monat ist gebührenfrei.

Alle getesteten Anbieter mit Noten findest du im Krypto-Börsen Vergleich.

Bitcoin kaufen in 5 Schritten

So kaufst du deinen ersten Bitcoin

  1. Anbieter wählen

    Entscheide dich für eine Börse oder App mit MiCA-Lizenz. Willst du möglichst günstig kaufen, nimm Bitvavo. Willst du alles in einer App mit deinen ETFs, nimm Trade Republic. Beide habe ich selbst mit eigenem Geld getestet.

  2. Konto eröffnen und verifizieren

    Lade die App, gib E-Mail-Adresse und persönliche Daten ein und bestätige deine Identität mit Ausweis und Selfie oder Video. Das ist Pflicht nach dem Geldwäschegesetz und dauert meist nur wenige Minuten. Bei Trade Republic eröffnest du dabei gleich ein Konto mit eigener deutscher IBAN.

  3. Geld einzahlen

    Überweise Geld per SEPA, das ist bei allen Anbietern kostenlos. Karte, Apple Pay, Google Pay oder PayPal gehen schneller, kosten aber meist eine Gebühr, bei Bitvavo zum Beispiel 1 %.

  4. Bitcoin kaufen

    Such in der App nach Bitcoin, tippe auf „Kaufen“ und gib den Betrag in Euro ein. Du musst keinen ganzen Bitcoin kaufen, schon ab 1 € (Trade Republic) oder 5 € (Bitvavo) geht es los. Schau dir vor dem Bestätigen die Kaufvorschau an: Dort siehst du den Preis und die Gebühr.

    Links der Bitcoin-Kurs in der Trade Republic App mit 72.815,73 €, rechts die Kaufvorschau mit einem Preis von 73.398,61 € und 1,00 € Gebühr
    Kaufvorschau bei Trade Republic: Der Preis liegt rund 0,8 % über dem angezeigten Kurs, dazu 1 € Gebühr · Quelle: eigener Screenshot, 18.10.2026
  5. Sicher aufbewahren

    Für den Anfang kannst du deine Bitcoin beim Anbieter lassen, schütze dein Konto aber mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Größere Beträge, die du lange halten willst, überträgst du auf eine eigene Wallet. Mehr dazu weiter unten.

Weg 1: Bitvavo, der günstigste Weg

Bei Bitvavo* startest du in einer einfachen Ansicht mit Portfolio und Kauf-Button. In dieser Ansicht nennt Bitvavo den Aufschlag im Kurs nicht. Am günstigsten kaufst du im Pro Mode: Dort handelst du direkt über das Orderbuch, zahlst 0,15–0,25 % Gebühr, und bei Bitcoin lag der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs in meinem Test praktisch bei null. Für 100 € zahlst du so rund 25 Cent. Der Wechsel in den Pro Mode ist nur einen Klick entfernt, mit demselben Konto und Guthaben.

Pro Mode von Bitvavo mit BTC/EUR-Orderbuch, 0,00 Prozent Spread und TradingView-Chart
Bitvavo Pro Mode: Kauf- und Verkaufskurs liegen bei Bitcoin praktisch gleichauf · Quelle: eigener Screenshot, 14.10.2026

Mehr dazu im Bitvavo-Test.

Weg 2: Trade Republic, der einfachste Weg

Bei Trade Republic* liegt Bitcoin in derselben App wie deine Aktien und ETFs. Ein Einzelkauf kostet 1 € Gebühr plus Spread, bei meiner Messung rund 0,8 %. Ein Sparplan kostet keine Gebühr, nur den Spread, und ist schon ab 1 € möglich. Für alle, die dort ohnehin einen ETF-Sparplan haben, ist das der bequemste Einstieg. Mehr dazu im Trade-Republic-Test.

Einmalkauf oder Sparplan?

Für Einsteiger empfehle ich einen Sparplan: Du kaufst jeden Monat für einen festen Betrag, zum Beispiel 25 oder 50 €. So musst du nicht den richtigen Zeitpunkt erwischen, und Kursschwankungen gleichen sich über die Zeit aus. Bei Trade Republic kostet ein Sparplan keine Ordergebühr, bei Relai ist der erste Sparplan bis 100 € im Monat gebührenfrei.

Bitcoin-Sparplan in der Trade Republic App: 50 € monatlich per Lastschrift, Gebühr kostenfrei
Bitcoin-Sparplan über 50 € im Monat bei Trade Republic: keine Gebühr · Quelle: eigener Screenshot, 18.10.2026

Was ein Bitcoin-Sparplan in der Vergangenheit gebracht hätte, kannst du mit echten Kursen im Sparplan-Rechner nachrechnen. Wie viel Bitcoin du für einen bestimmten Betrag bekommst, zeigt dir der Bitcoin-Rechner.

Mittelherkunft: Woher kommt dein Geld?

Regulierte Börsen müssen nach dem Geldwäschegesetz prüfen, woher das Geld ihrer Kunden stammt. Bei kleinen Beträgen merkst du davon meist nichts. Zahlst du größere Summen ein, fragt die Börse oft nach einem Nachweis der Mittelherkunft, also nach Belegen, woher das Geld kommt. Ab welchem Betrag das passiert, legt jeder Anbieter selbst fest.

Typische Nachweise sind:

  • Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge, auf denen sich das Ersparte nachvollziehen lässt
  • Steuerbescheide
  • Verträge über einen Verkauf, etwa von einem Auto oder einer Immobilie
  • Erbschein oder Schenkungsvertrag

Das gilt auch in die andere Richtung: Verkaufst du später Bitcoin und lässt dir einen größeren Betrag aufs Bankkonto auszahlen, kann deine Bank fragen, woher das Geld stammt. Dann hilft dir die Transaktionshistorie deiner Börse mit den ursprünglichen Käufen.

Bei mir haben Kraken und Bitpanda über die Jahre nach der Herkunft des Geldes gefragt, meine Nachweise wurden jedes Mal problemlos akzeptiert.

Tipp

Heb von Anfang an Kaufbelege und Kontoauszüge auf und exportiere regelmäßig deine Transaktionshistorie bei der Börse. Dann kannst du jede Rückfrage zur Mittelherkunft in wenigen Minuten beantworten, auch Jahre später.

Was kostet ein Bitcoin-Kauf?

Die Kosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Gebühr: Ein fester Betrag oder Prozentsatz, den der Anbieter offen ausweist.
  • Spread: Der Aufschlag im Kurs. Du kaufst etwas teurer, als der angezeigte Kurs ist. Viele Apps nennen ihn nicht, deshalb habe ich ihn in meinen Tests selbst gemessen.
Kosten bei einem Bitcoin-Kauf über 100 €

Stand: Oktober 2026. Gebühren laut Anbieter, Spread selbst gemessen. Ein Spread schwankt mit der Marktlage.

Kleine Unterschiede summieren sich: Wer über zehn Jahre jeden Monat 100 € anlegt, zahlt bei 2,70 € pro Kauf rund 324 € Kosten, bei 0,25 € nur rund 30 €.

Market-, Limit- und Stop-Order einfach erklärt

In der einfachen Ansicht einer App kaufst du sofort zum aktuellen Preis. Im Profi-Modus einer Börse wie Bitvavo Pro oder Kraken Pro kannst du zwischen Ordertypen wählen:

  • Market-Order: Du kaufst sofort zum besten verfügbaren Preis. Schnell und einfach, der Preis kann aber leicht vom angezeigten abweichen.
  • Limit-Order: Du legst fest, zu welchem Preis du höchstens kaufen willst. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs diesen Preis erreicht. Oft ist dann die Gebühr niedriger (Maker-Gebühr).
  • Stop-Order: Die Order wird erst ausgelöst, wenn der Kurs eine bestimmte Marke erreicht. Das nutzt man vor allem zum Absichern, etwa um bei fallenden Kursen automatisch zu verkaufen (Stop-Loss).

Für deinen ersten Kauf reicht die Market-Order oder die einfache Kaufmaske völlig.

Bitcoin mit PayPal, Kreditkarte oder Apple Pay kaufen

Das geht inzwischen bei vielen Anbietern: PayPal zum Beispiel bei Bitvavo, Kraken, Coinbase und Bitpanda, Apple Pay und Google Pay bei fast allen. Der Vorteil ist, dass das Geld sofort da ist. Der Nachteil: Es kostet meist eine Gebühr, bei Bitvavo 1 %, bei BISON 2,49 %, bei Relai 3 % zusätzlich. Eine SEPA-Überweisung ist dagegen überall kostenlos und dauert ein bis zwei Werktage, mit Echtzeitüberweisung oft nur Sekunden. Wenn du nicht in Eile bist, überweise lieber.

Bitcoin sicher aufbewahren

Nach dem Kauf liegt dein Bitcoin beim Anbieter. Für kleinere Beträge ist das in Ordnung, wenn der Anbieter eine MiCA-Lizenz hat und du dein Konto mit Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt. Für größere Beträge, die du lange halten willst, gibt es zwei Wege:

  • App-Wallet: Bei Relai landen deine Bitcoin direkt in einer Wallet auf deinem Smartphone, die nur du kontrollierst.
  • Hardware-Wallet: Ein kleines Gerät, das deine Bitcoin offline sichert. Du überträgst sie von der Börse dorthin, das kostet nur die Netzwerkgebühr.
Zwei Hardware-Wallets in ihrer Verpackung: links ein Ledger Nano X, rechts ein Trezor Safe 3
Hardware-Wallets aus meinen Tests: Ledger Nano X und Trezor Safe 3 · Quelle: eigene Fotos

Bei einer eigenen Wallet bekommst du eine Wiederherstellungsphrase aus 12 oder 24 Wörtern. Wer sie hat, hat deine Bitcoin. Schreib sie auf Papier oder besser auf eine Stahlplatte und bewahre sie sicher auf, nie als Foto oder in der Cloud. Wie du das sinnvoll kombinierst, zeige ich in Krypto sicher verwahren.

Steuern beim Bitcoin-Kauf

Auf den Kauf selbst zahlst du keine Steuern. Erst wenn du mit Gewinn verkaufst, kann Steuer anfallen. Nach aktueller Rechtslage ist der Gewinn steuerfrei, wenn du deinen Bitcoin länger als ein Jahr hältst. Darunter gilt eine Freigrenze von 1.000 € pro Jahr. Eine Abschaffung der Haltefrist wird diskutiert, beschlossen ist sie nicht (Stand: Oktober 2026).

Die Anbieter führen auf Krypto keine Steuer für dich ab. Notiere dir deshalb von Anfang an jeden Kauf, oder nutze ein Steuertool wie CoinTracking*, das deine Käufe importiert und die Haltedauer automatisch berechnet. Mehr dazu in meinem Artikel zu den Krypto-Steuern.

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Häufige Fehler und Betrug

  • Anbieter ohne Lizenz: Börsen ohne MiCA-Lizenz dürfen in der EU keine Krypto-Dienste mehr anbieten. Ein Beispiel ist Binance, mehr dazu im Binance-Test.
  • Angebote ohne Verifizierung: Wer dir Bitcoin ohne Ausweis verkaufen will, ist meist unreguliert oder ein Betrüger.
  • „Berater“ über WhatsApp oder Telegram: Niemand Seriöses schreibt dich unaufgefordert an und hilft dir beim Kauf. Sende Bitcoin nie an Adressen, die dir Fremde geben.
  • Teure Zahlungswege aus Bequemlichkeit: Karte und PayPal kosten bis zu 3 % extra, eine Überweisung nichts.
  • Alles auf einmal investieren: Gerade am Anfang ist ein kleiner Sparplan entspannter als ein großer Einmalkauf im Hype.
  • Wiederherstellungsphrase digital speichern: Ein Foto oder eine Notiz in der Cloud ist eine Einladung an Hacker.

Fazit: Bitcoin kaufen ist heute einfach

Was 2017 noch Tage gedauert hat, geht heute in einer halben Stunde. Wichtig sind nur drei Dinge: ein Anbieter mit MiCA-Lizenz, ein Blick auf die Gesamtkosten aus Gebühr und Spread und eine sichere Aufbewahrung, sobald es um größere Beträge geht.

Für die niedrigsten Kosten nimm Bitvavo* und kaufe im Pro Mode. Für den einfachsten Einstieg neben deinen ETFs nimm Trade Republic* mit einem Sparplan. Und wenn du von Anfang an deine eigene Wallet willst, schau dir Relai* an.

Tipp

Mein Tipp für den Start: Leg einen kleinen monatlichen Sparplan an, überweise per SEPA statt mit Karte, und schalte die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. Damit machst du die häufigsten Anfängerfehler gar nicht erst.