Ist der Trezor One noch sicher? Für die meisten Besitzer ja: Trezor verkauft ihn zwar nicht mehr, verspricht aber Wartung bis mindestens 2031 und kritische Sicherheitsupdates bis mindestens 2036. Sein größter Nachteil ist das fehlende Secure Element. Wer das Gerät in die Hände bekommt, kann mit Spezialwerkzeug die Seed Phrase auslesen. Mit einer zusätzlichen Passphrase schließt du diese Lücke. Für neue Käufe und größere Beträge empfehle ich heute den Trezor Safe 3*.
Ich habe den Trezor One 2019 ausführlich getestet und besitze ihn noch. Heute nutze ich den Safe 3, den ich nach meinem aktuellen Testprotokoll geprüft habe, mehr dazu in meinem Trezor Safe 3 Test. Eine Note vergebe ich für den Trezor One nicht mehr, weil ich ihn nicht nach diesem Protokoll getestet habe.
Warnung
Keine Anlageberatung. Eine Hardware-Wallet schützt deine Coins vor Hacks bei Börsen und auf deinem Rechner, aber du bist dann selbst verantwortlich. Geht dein Backup verloren, sind deine Coins weg. Wann sich Selbstverwahrung lohnt, erkläre ich in Krypto sicher aufbewahren.
Was ist der Trezor One?
Der Trezor One, offiziell Trezor Model One, gilt laut Trezor als erste Hardware-Wallet der Welt. Er kam 2014 auf den Markt, hergestellt von Trezor aus Prag, das heute zur SatoshiLabs Group gehört. Über Jahre war er für viele der Einstieg in die Selbstverwahrung, auch für mich.
Das Gerät ist klein und leicht, mit einem monochromen OLED-Display und zwei Tasten, angeschlossen wird es per Micro-USB. Firmware und Hardware sind quelloffen, jeder kann den Code prüfen.

Eingestellt: Was heißt das für Besitzer?
Trezor verkauft den Trezor One nicht mehr und nennt den Safe 3 als Nachfolger. Für alle, die ihn noch nutzen, ist die wichtigste Nachricht: Er bekommt laut Trezor weiter Wartung bis mindestens 2031 und kritische Sicherheitsupdates bis mindestens 2036 und funktioniert mit der Trezor Suite (Trezor). Du musst also nicht sofort wechseln.
Kaufen solltest du ihn aber nicht mehr, auch nicht günstig gebraucht. Ein gebrauchtes Gerät könnte manipuliert sein, und der Safe 3 kostet neu nur 59 €.
Sicherheit: Kein Secure Element
Anders als der Safe 3 hat der Trezor One keinen eigenen Sicherheitschip. Trezor setzte damals allein auf quelloffene Software und Verschlüsselung. Das hat Vor- und Nachteile:
- Online sicher: Die Schlüssel verlassen das Gerät nie, jede Transaktion bestätigst du am Gerät. Gegen Schadsoftware auf deinem Rechner ist der Trezor One genauso geschützt wie neuere Modelle.
- Schwach bei physischem Zugriff: Im Januar 2020 hat Kraken Security Labs gezeigt, dass sich die Seed Phrase aus einem Trezor One in rund 15 Minuten auslesen lässt, wenn ein Angreifer das Gerät in der Hand hat und Spezialwerkzeug nutzt. Die Lücke steckt im Chip und lässt sich per Update nicht schließen (Kraken).
So schützt du dich: Richte eine zusätzliche Passphrase ein. Sie wird nicht auf dem Gerät gespeichert, sondern bei jedem Öffnen eingegeben. Selbst wer die Seed Phrase ausliest, kommt ohne Passphrase nicht an deine Coins. Bewahr das Gerät außerdem so auf, dass niemand unbemerkt herankommt.
Bedienung: PIN am Rechner und Micro-USB
Weil der Trezor One nur zwei Tasten hat, gibst du die PIN am Rechner ein, und zwar über ein verwürfeltes Zahlenfeld: Das Gerät zeigt die Zahlen in zufälliger Anordnung, am Rechner klickst du nur die Positionen an. So kann Schadsoftware auf dem Rechner deine PIN nicht mitlesen. Clever gelöst, aber umständlicher als die Eingabe direkt am Gerät beim Safe 3.

Der zweite Punkt ist der Anschluss: Der Trezor One nutzt Micro-USB. Als ich ihn für diesen Artikel noch einmal anschließen wollte, hatte ich kein passendes Kabel mehr zur Hand. Bewahr das mitgelieferte Kabel also gut auf, sonst stehst du im entscheidenden Moment ohne da.

Trezor One oder Safe 3?
| Merkmal | Trezor One | Trezor Safe 3 |
|---|---|---|
| Status | eingestellt, Updates bis mind. 2036 | aktuell, 59 € |
| Secure Element | nein | ja, EAL6+ |
| Anschluss | Micro-USB | USB-C |
| PIN-Eingabe | am Rechner, verwürfeltes Zahlenfeld | am Gerät |
| Backup | 12 bis 24 Wörter | 12, 20 oder 24 Wörter oder in mehreren Teilen |
Stand: Oktober 2026, Angaben laut Trezor.
Der Safe 3 übernimmt alles, was den Trezor One gut gemacht hat, und behebt seine zwei größten Schwächen: das fehlende Secure Element und den alten Anschluss. Alle Details stehen in meinem Trezor Safe 3 Test. Wer mehr Komfort möchte, findet in Trezor Safe 5 oder Safe 3 und im Artikel zum Trezor Safe 7 die größeren Modelle.
So wechselst du vom Trezor One auf den Safe 3
- Safe 3 kaufen, direkt bei Trezor* oder bei Amazon* (dort darauf achten, dass Amazon selbst oder Trezor verkauft).
- Mit einer neuen Seed Phrase einrichten, nicht mit der alten. So nimmst du das Risiko nicht mit, falls die alte Seed Phrase schon einmal ausgelesen wurde.
- Coins senden: In der Trezor Suite vom Trezor One an die neuen Adressen des Safe 3. Fang mit einem kleinen Betrag an und prüf, ob er ankommt.
- Alten Trezor One zurücksetzen, sobald alles umgezogen ist, und die alte Seed Phrase sicher vernichten.
Fazit
Der Trezor One hat die Hardware-Wallet erfunden und viele Jahre gute Dienste geleistet. Wer ihn besitzt, kann ihn dank der Updates bis 2036 und mit einer Passphrase weiter nutzen. Für neue Käufe und größere Beträge ist der Trezor Safe 3* aber klar die bessere Wahl: Secure Element, USB-C und PIN-Eingabe am Gerät für 59 €.
Tipp
Kauf Hardware-Wallets nie gebraucht. Schreib dein Backup auf Papier oder besser auf Metall und bewahr es getrennt vom Gerät auf.







