Ledger Nano S Plus oder Nano X? Die 40 € Aufpreis lohnen sich vor allem dann, wenn du dein Gerät am iPhone nutzen willst, denn das kann von beiden nur der Nano X*. Zum reinen Aufbewahren reicht der Ledger Nano S Plus* für 59 €. Er hat sogar den höher zertifizierten Sicherheitschip, ist kleiner und kommt ohne Akku aus.

Den Nano X habe ich seit dem Marktstart und nach meinem Testprotokoll geprüft, mehr dazu in meinem Ledger Nano X Test. Außerdem nutze ich noch den alten Nano S, den Vorgänger des S Plus. Einen Nano S Plus habe ich nicht selbst getestet, deshalb bekommt er von mir keine Note. Alles, was ich hier über ihn schreibe, stammt aus den Angaben von Ledger.

Warnung

Keine Anlageberatung. Eine Hardware-Wallet schützt deine Coins vor Hacks bei Börsen und auf deinem Rechner, aber du bist dann selbst verantwortlich. Geht dein Backup verloren, sind deine Coins weg. Wann sich Selbstverwahrung lohnt, erkläre ich in Krypto sicher aufbewahren.

Was ist der Ledger Nano S Plus?

Der Nano S Plus ist eine Hardware-Wallet im Format eines USB-Sticks. Er kostet 59 € (Stand: November 2026) und bringt laut Ledger mit:

  • Display: 1,1 Zoll, monochromes OLED, 128 × 64 Pixel, bedient mit zwei Tasten
  • Sicherheitschip: ST33K1M5 mit CC-EAL6+-Zertifizierung
  • Anschluss: USB-C, kein Bluetooth und kein Akku
  • Geräte: Windows, macOS, Linux und Android, laut Ledger nicht iOS und nicht Chromebook
  • Apps und Coins: bis zu 100 Apps auf dem Gerät, über die Ledger Wallet App mehr als 500 Coins
  • Größe: 62,4 × 17,4 × 8,2 mm, 21 g

Erhältlich ist er im Shop von Ledger* und bei Amazon*.

Ledger Nano S Plus in Schwarz mit aufgeklappter Abdeckung, das Display zeigt Coin-Symbole und das Wort Bitcoin
Der Ledger Nano S Plus sieht aus wie ein USB-Stick, die Abdeckung schützt das Display · Quelle: Bild: Ledger

Ledger Nano S Plus und Nano X im Vergleich

MerkmalNano S PlusNano X
Preis59 €99 €
iPhoneneinja, per Bluetooth
Androidper USBper USB oder Bluetooth
Akkuneinja, rund 5 Stunden
SicherheitschipST33K1M5, EAL6+ST33J2M0, EAL5+
Display1,1 Zoll, OLED, 128 × 64 Pixel1,1 Zoll, OLED, 128 × 64 Pixel
Apps auf dem Gerätbis zu 100bis zu 100
Größe62,4 × 17,4 × 8,2 mm72 × 18,6 × 11,7 mm
Gewicht21 g34 g

Stand: November 2026, Angaben laut Ledger.

iPhone, Bluetooth und Akku: der eigentliche Unterschied

Hier entscheidet sich der Kauf. Der Nano S Plus funktioniert laut Ledger nicht mit iOS (Ledger*). Der Nano X verbindet sich per Bluetooth mit dem iPhone, und bei mir lief das im Test problemlos.

Der Preis dafür ist ein Akku, um den du dich kümmern musst. Bei meinem Nano X funktioniert er nach Jahren noch und ist nicht gewölbt, nach längerer Pause muss ich ihn aber erst laden. Der Nano S Plus hat keinen Akku und bekommt seinen Strom über das Kabel.

Verwaltest du deine Coins am Rechner oder mit einem Android-Handy und Kabel, brauchst du Bluetooth und Akku also nicht. Dann sparst du mit dem S Plus 40 €.

Sicherheit: Der günstigere hat den höher zertifizierten Chip

Beim Chip liegt der günstigere Nano S Plus vorn: EAL6+ statt EAL5+. Die Stufe sagt aus, wie gründlich ein Chip geprüft wurde. Sie beweist aber nicht, dass ein Gerät im Alltag sicherer ist, denn die meisten Fälle rund um Ledger hatten mit dem Chip nichts zu tun.

Das gilt für beide Geräte gleich:

  • Bestätigung am Gerät: Jede Adresse und jede Transaktion prüfst du auf demselben kleinen Display.
  • Nicht alles ist quelloffen: Der Code, der direkt mit dem Sicherheitschip spricht, bleibt bei Ledger geschlossen (Ledger). BitBox und Trezor gehen hier weiter.
  • App-Lücken: Im August 2026 hat Ledger drei Lücken in Apps offengelegt und über App-Updates geschlossen (Ledger Donjon). Halte die Apps auf deinem Gerät also aktuell. Die Einordnung steht in meinem Nano X Test.
  • Datenlecks: 2020 und 2026 sind Kundendaten abgeflossen, die Geräte waren nicht betroffen. Danach kam es zu Betrugsversuchen. Ledger fragt dich nie nach deinen 24 Wörtern.

Ledger Nano S Plus einrichten: Was gleich ist

  • Einrichtung: Sie läuft bei beiden am Gerät mit zwei Tasten, die App führt dich durch die Schritte. Du legst eine PIN fest, schreibst 24 Wörter auf und prüfst sie danach am Gerät.
  • Ledger Wallet App: Es ist dieselbe App, mit demselben App-Katalog und laut Ledger mehr als 500 Coins. Sie ist auch bei beiden überladen, bei mir erschien darin Werbung für neue Geräte.
  • Backup: 24 Wörter, dazu ist eine Passphrase möglich.
  • Gehäuse: Bei beiden schützt eine aufklappbare Metallabdeckung das Display.

Beim Nano X hat mich die Einrichtung rund 20 Minuten gekostet, allein die 24 Wörter rund 5 Minuten. In den 20 Minuten stecken aber drei Firmware-Updates nacheinander, weil mein Gerät noch auf einem alten Stand war. Den Nano S Plus habe ich nicht selbst eingerichtet. Die Schritte sind dieselben, bei einem neuen Gerät sollten aber weniger Updates anfallen.

Du hast noch den alten Ledger Nano S?

Ich auch. Mein Nano S ist immer noch einsatzbereit und ich nutze ihn weiter: ein robustes Gerät, das tut, was es soll. Zum Aufbewahren von Kryptowährungen braucht es für mich nicht mehr, ganz ohne Schnickschnack.

Du solltest aber wissen: Ledger führt den Nano S unter den eingestellten Produkten, die nicht mehr unterstützt werden (Ledger). Das Ende der Produktlebensdauer hat Ledger auf Juni 2022 gelegt. Nach der Richtlinie von Ledger gibt es danach zwei Jahre lang Updates und im dritten Jahr nur noch Fehlerbehebungen bei Sicherheitslücken. Die Apps werden eingefroren, sie können weiter funktionieren, passen sich aber nicht mehr an Änderungen an den Blockchains an (Ledger). Nach dieser Rechnung lief die Unterstützung etwa im Juni 2025 aus.

Deine Coins hängen nicht am Gerät. Mit deinen 24 Wörtern stellst du deine Wallet auf einem neueren Gerät wieder her, wenn dein Nano S ausfällt oder eine App nicht mehr mitkommt. Prüf also vor allem, ob dein Backup noch stimmt. Nutzt du dein Gerät aktiv oder für neue Blockchains, ist der Wechsel auf den S Plus der naheliegende Schritt.

Und die Alternativen?

Für 59 € gibt es auch den Trezor Safe 3, den ich selbst getestet habe (8,7) und dessen Firmware quelloffen ist. Am iPhone kannst du damit aber nur ansehen und empfangen. Wie sich alle Geräte schlagen, die ich selbst getestet habe, steht in meinem Hardware-Wallet-Vergleich. Größer und mit E-Ink-Touchscreen ist der Nano Gen5 für 179 €, den ich aber nicht getestet habe.

Fazit: Nano S Plus oder Nano X?

Nimm den Ledger Nano S Plus*, wenn du deine Coins am Rechner oder mit Android verwaltest und einfach sicher aufbewahren willst. Dann bezahlst du nicht für Bluetooth und Akku und bekommst den höher zertifizierten Chip. Erhältlich ist er auch bei Amazon*.

Nimm den Nano X*, wenn du dein Gerät am iPhone nutzen möchtest. Von diesen beiden kann das nur er. Alle Details stehen in meinem Ledger Nano X Test.

Tipp

Kauf deine Hardware-Wallet direkt beim Hersteller oder bei einem offiziellen Händler, nie gebraucht. Bei Amazon achte darauf, dass Amazon selbst oder Ledger verkauft und nicht ein anderer Händler auf dem Marktplatz. Für deine 24 Wörter findest du im Seed-Backup-Vergleich passende Metallplatten.